| 20:29 Uhr

Gedenken
Erinnerung bedeutet Verantwortung

Erinnerung bedeutet Verantwortung: Der Landkreis St. Wendel setzt auf eine zentrale Gedenkveranstaltung — wie hier im vergangenen Jahr am Cusanus-Gymnasium.
Erinnerung bedeutet Verantwortung: Der Landkreis St. Wendel setzt auf eine zentrale Gedenkveranstaltung — wie hier im vergangenen Jahr am Cusanus-Gymnasium. FOTO: Lukas Kowol / Landkreis
St. Wendel. Die zentrale Gedenkveranstaltung des Landkreises St. Wendel zur NS-Zeit ist morgen am Arnold-Janssen-Gymnasium.

() Erinnerung bedeutet Verantwortung – und dies gilt vor allem für die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus und an die Untaten, die damals geschehen sind. Schließlich gibt es mehr als 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges immer weniger Zeitzeugen. „Daher ist es unsere Aufgabe, durch das Wachhalten der Erinnerung an diese schreckliche Zeit aus Zeitzeugen Zeitlos-Zeugen zu machen“, sagt Landrat Udo Recktenwald.


Verantwortung durch Erinnerung: Seit 2015 organisiert der Landkreis St. Wendel eine zentrale Gendenkveranstaltung zum Internationalen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus: 2018  steht diese am morgigen Freitag, 26. Januar, 17.30 Uhr, in der Aula des Arnold-Janssen-Gymnasiums St. Wendel an. Hierbei spiele die regionale Perspektive immer eine gewichtige Rolle. Recktenwald: „Dadurch wird uns bewusst, dass das Grauen dieser Zeit nicht nur weit entfernt stattfand, sondern auch hier, vor unserer Haustür.“ Dabei beinhaltet die Zeit des Nationalsozialismus viele Aspekte. Einer wird während der Veranstaltung 2018 im Fokus stehen: Aus dem St. Wendeler Arnold Janssen-Gymnasium – die Schule wurde 1899 gegründet – machten die nationalsozialistischen Machthaber 1941 eine so genannte Nationalpolitische Erziehungsanstalt (Napola). Diese sollte dem Regime als Kaderschmiede dienen. Darüber hat die Video-AG der Schule einen Dokumentarfilm gedreht, der während der Veranstaltung gezeigt wird.

„Es ist gut, dass es in unserem Landkreis viele junge Menschen gibt, die sich verantwortungsvoll mit der NS-Zeit auseinandersetzen. Schließlich ist dies eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe: Die Erinnerung weitertragen, damit Derartiges nie wieder geschieht“, betont Recktenwald.

Während der NS-Zeit war Hermann Scheid, Bürgermeister a.D. und Jahrgang 1928, Schüler am St. Wendeler Gymnasium Wendalinum. In seinem Vortrag „Ein Zeitzeuge berichtet aus seiner Jugend im Nationalsozialismus“ wird er während der Gedenkveranstaltung von seinen Erfahrungen erzählen, von der Indoktrination, der Wirkung, die das NS-Regime auf viele Schüler und Lehrer hatte. Moderator der Gedenkveranstaltung wird der Historiker Bernhard W. Planz sein, für Musik sorgen Schüler der Kreismusikschule. Recktenwald: „Die Gedenkveranstaltung ist ein weiterer Mosaikstein der Erinnerungskultur in unserem Kreis, die sich verantwortungsvoll mit der NS-Zeit auseinandersetzt. Die begangenen Verbrechen mahnen noch heute, die Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu wahren und zu verteidigen.“