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St. Wendeler Netzwerk hilft Flüchtlingen im Alltag

St. Wendeler Netzwerk hilft Flüchtlingen im Alltag

Ob Arztbesuch, Sprache oder Teilnahme im Sportverein – das Netzwerk für Flüchtlinge in St. Wendel stellt Hilfe zur Verfügung. Bisher haben sich 56 ehrenamtliche Paten für das Projekt gemeldet, weitere sind jederzeit willkommen.

"Es gab überall Gewusel und Doppelstrukturen." Arnold Ort, Dekanatsreferent beim Dekanat St. Wendel , bringt im SZ-Redaktionsgespräch auf den Punkt, warum das Netzwerk für Flüchtlinge in St. Wendel gegründet wurde. Die Arbeit sollte gebündelt und vernetzt werden. Das Konzept, das das Netzwerk als eine Säule in der Flüchtlingsarbeit vorsieht, hatte der Stadtrat im Dezember beschlossen, im Februar gab es einen Aufruf an Menschen, die mitmachen wollen. Das erste Treffen ging im April über die Bühne. "70 Personen kamen", sagt dazu Axel Birkenbach, Leiter der Kulturabteilung der Stadt St. Wendel und einer der Koordinatoren beim Netzwerk zum Aufbau einer Willkommensstruktur. Und 35 trugen sich am Ende des Abends in eine der drei Listen ein. Dort wird festgehalten, in welchem Bereich die Paten ehrenamtlich helfen wollen: beim Sprach-Unterricht, bei Hilfen im Alltag oder in Gesellschaft, Sport und Kultur. Mittlerweile gibt es 56 Paten im Netzwerk. Sie und alle, die noch mitmachen möchten, können am heutigen Dienstag, 26. Mai, 19 Uhr, ins Rathaus VI, Welvertstraße 2, Raum E03, kommen. An diesem Abend wird über die allgemeinen Hilfen für Flüchtlinge und konkrete Einsatzmöglichkeiten gesprochen.

Was als Hilfe im Alltag gedacht ist, das listet Katja Haßdenteufel, bei der Caritas für die Arbeit mit Ehrenamtlichen zuständig, im Redaktionsgespräch auf: Einkaufsmöglichkeiten, Busverbindungen zeigen, Begleitung zur Schulanmeldung, zu Ärzten, zur Kleiderkammer; Hilfe bei Kontoeröffnung, Einsehen der Post. Mittlerweise seien auch schon die ersten Paten mitgegangen, als die Flüchtlinge aus Lebach in St. Wendel ankamen. Wer sich in der Gruppe Kultur und Sport anmeldet, der kann beispielsweise mit einem Flüchtling in einen Verein gehen.

Im Netzwerk würden Angebot und Nachfrage koordiniert - und dabei auf den Wohnort geachtet. Die meisten Paten seien berufstätig, da gelte es auch, die Zeiten zu planen. "Das Netzwerk ist keineswegs eine Rentnerband", sagt Orth. Von 18 bis 80 reiche die Spanne, fügt Birkenbach hinzu. Zwar sei das Netzwerk mit Paten derzeit "sehr gut ausgestattet", sagt Haßdenteufel. Aber es kommen immer mehr Flüchtlinge. Und da ist auch ehrenamtliche Arbeit verstärkt gefragt. Wer also im Netzwerk mitmachen will, der soll sich einfach melden.

Wer im Netzwerk mitmachen möchte, kann sich mit Axel Birkenbach, Telefon (0 68 51) 8 09 14 00, in Verbindung setzen.