Stadtratssitzung: Sporthalle erneut Top-Thema in der Sitzung des St. Wendeler Stadtrats

Stadtratssitzung : Sporthalle erneut Top-Thema in der Sitzung des St. Wendeler Stadtrats

Der geplante Neubau der Drei-Feld-Halle im St. Wendeler Sportzentrum stößt bei Opposition nach wie vor auf wenig Gegenliebe.

Obwohl die Tagesordnung der letzten Sitzung des St. Wendeler Stadtrats im laufenden Jahr insgesamt 33 zu diskutierende Punkte auflistete, stand im Alsfasser Kulturzentrum praktisch wieder nur ein Thema im Zentrum der Debatte: die St. Wendeler Sporthalle – beziehungsweise deren geplanter Neubau. „Wir sind nach wie vor überzeugt, dass wir uns das nicht leisten können“, sagte SPD-Fraktionsführer Torsten Lang, nachdem Bürgermeister Peter Klär (CDU) Punkt elf der Tagesordnung aufgerufen hatte. Regulär wäre der geplante Hallenneubau ein Unterpunkt der Haushaltsberatung gewesen. Jedoch hatte die Verwaltung das Thema heraus gelöst und zu einem eigenen Tagesordnungspunkt gemacht. Denn im Prinzip war vorab klar, dass es hier zu Diskussionen kommen würde. „Der Punkt nimmt einen wesentlichen Teil der Haushaltsberatung vorweg“, sagte Lang dementsprechend, ehe er tiefer ins Thema einstieg.

Zuvor berichtete jedoch Bürgermeister Klär, wie weit Planung und Ausarbeitung des beauftragten Architekturbüros gediehen seien. Der Rathaus-Chef erklärte, dass die geplante Halle gegenüber dem ersten Modell reduziert worden sei. „Einmal von den Kosten, aber auch vom Bauvolumen her.“ Demnach die Grundfläche von zunächst geplanten 5500 Quadratmetern auf 5000 geschrumpft, folglich auch die Seitenmaße von 74,05 auf 69,41 Meter, beziehungsweise von 48,60 auf 46,95 Meter an den Stirnseiten. „Sodass wir jetzt auf einem Niveau sind, dass der Stadt St. Wendel gut zu Gesicht steht“, führte Klär aus. Mit der Reduktion der Außen- und Innenmaße gehe auch eine Kostenreduzierung einher. Waren ursprünglich 15,5 Millionen Euro veranschlagt, gehen die Verantwortlichen nun von 13,5 Millionen aus. „Jetzt geht es darum, die Halle auf die Startbahn zu setzen und die konkret geplanten Maßnahmen an die Fördergeber weiter zu reichen“, sagte Klär.

Dann war Lang an der Reihe und lobte zunächst einmal die Verwaltung dafür, dass die Informationen rund um den Hallenneubau samt Abänderungen störungsfrei fließen würden. Jedoch machte er auch gleich zu Beginn der Debatte klar, dass das Hallenprojekt als größter Einzelposten des Haushalts ganz erhebliche Auswirkungen „auf die finanziellen Möglichkeiten der Stadt und der Stadtteile hat“. Das müsse man immer im Auge haben, wenn Entscheidungen zu dem Projekt anstünden. Positiv bewertete Lang, dass die Kosten um zwei Millionen Euro reduziert worden seien. „Allerdings führt diese Reduzierung im Haushalt nicht zu einer Verbesserung der Darstellung, denn da haben wir nach wie vor 13,2 Millionen, die schon vor einem Jahr im Haushalt dargestellt waren, als Kosten für die Halle.“ Von diesen 13,2 Millionen sollten fünf Millionen über Bedarfszuweisungen fließen, zwei Millionen von der Sportplanungskommission kommen, zweieinhalb Millionen vom Landkreis und zwei Millionen als Spende eines St. Wendeler Geschäftsmannes. „Den Rest soll die Stadt tragen“, hielt Lang fest. Also nach derzeitigem Planungsstand zwei Millionen. „Und da haben wir das Problem, dass wir nach wie vor davon überzeugt sind, dass wir uns das nicht leisten können.“

Für Lang und seine Genossen ist das Projekt nach eigener Aussage immer noch überdimensioniert. „Obwohl klar ist: St. Wendel braucht eine top funktionsfähige Sporthalle für den Schulsport und den Vereinssport.“ Was nicht gebraucht würde, „ist eine Halle für weitergehende Sport-Events, ist eine Halle mit 1200 Zuschauerplätzen“. Zumal er  sich nicht vorstellen könne, dass es bei den nun genannten 13,5 Millionen bleibt – nicht zuletzt aufgrund des Booms in der Baubranche, der dazu führe, dass viele Maßnahmen 20 bis 30 Prozent teurer würden. „Dann ist man ganz schnell bei mehr als 15 oder gar bei 17 bis 18 Millionen“, führte Lang aus. Unabhängig davon sei alles Geld, dass die Stadt in den kommenden Jahren investieren könne, in diesem Projekt gebunden. Unter anderem deshalb sei es für ihn nicht nachvollziehbar, dass nie ernsthaft geprüft worden sei, ob es nicht sinnvoller wäre, die bestehende Halle zu sanieren. „Es hieß immer, das lohnt sich nicht. Dahinter mache ich ein ganz großes Fragezeichen.“ Deshalb könne seine Fraktion dem Vorhaben nicht zustimmen.

Florian Gillen von der CDU überraschte das wenig. „Genauso wenig wird es jedoch überraschen, dass wir der Beschlussvorlage zustimmen. Aus unserer Sicht ist dieses Thema auch ausdiskutiert. Wir reden seit Monaten über die Halle, und es kommen immer wieder die gleichen Einwände.“ Bürgermeister Klär und die Verwaltung „versuchen wirklich mit Herzblut“ diese Einwände auszuräumen, aber offensichtlich gelinge das nicht.

Nach Ansicht Gillens ist die Halle weder überdimensioniert, noch überflüssig. „Wir sind nach wie vor eine finanzstarke Kommune. Wenn nicht wir das stemmen können, wer dann?“ Und wenn gesagt werde, alles Geld fließe in die eine Maßnahme und für weitere Investitionen sei künftig kein Geld mehr da, dann sei das schlichtweg falsch. „Das stimmt empirisch nicht und es stimmt mathematisch nicht.“ Denn es werde im kommenden Jahr und in Zukunft „verdammt viel investiert in die Ortsteile, in die vorhandene Infrastruktur“. Das würden die Zahlen belegen. „Ich lobe mir an dieser Stelle den Kreistag“, sagte Gillen. Dieser habe Anfang der Woche getagt und den Haushalt beschlossen. Einschließlich der Zuschüsse für den Neubau der Halle. „Einstimmig – also auch mit den Stimmen der SPD“, berichtete Gillen. An Lang gewandt sagte er: „Auch mit Deiner Stimme, nehme ich an.“ Langs Fraktionskollegen im Stadtrat, die im Ausschuss der vorgeschlagenen Verfahrensweise zumindest teilweise zugestimmt haben, lud er daher ein, sich zu „überwinden. Macht mit! Es ist ein gutes Projekt für unsere Stadt, es wird die Stadt weiter voran bringen“.

Bürgermeister Klär erklärte, keinen Versuch mehr zu unternehmen, die Hallen-Gegner überzeugen zu wollen. Aus Sicht Klärs verhalte sich die SPD in ihrer Verweigerungshaltung jedoch konsequent, „weil in der Vergangenheit die Opposition bei den meisten Großprojekten dagegen war: Rathaus, Freibad, Hallenbad“. Die Stadt habe die Vorhaben trotzdem umgesetzt, „und wir stehen weiter gut da. Die St. Wendeler nehmen die Dinge gut an, wir haben weiterhin einen gut aufgestellten Haushalt. Die Sportstadt wächst und gedeiht und auch alles andere geht seinen Gang.“ Mit Stimmen der CDU wurde das von der Stadt geplante weitere Vorgehen schließlich auf den Weg gebracht.

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