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„Zu Hause darf ich ja nicht boxen“

„Zu Hause darf ich ja nicht boxen“

Am Samstag fand im Strandbad am Bostalsee zum sechsten Mal der „Sporttag“ statt. Zahlreiche Vereine aus dem gesamten Landkreis präsentierten dabei ihre Angebote – und luden die Besucher zum Mitmachen ein.

Ein klein wenig müde war der kleine Felix Schohl aus Neunkirchen/Nahe am Samstagnachmittag schon. Denn schließlich hatte der Vierjährige beim Sporttag am Bostalsee gerade erst ein Fußball-Turnier mit seiner Mannschaft beendet. "Ich habe zwei Tore geschossen, und wir haben nur ein Spiel verloren", berichtete Felix stolz. Trotz seiner Müdigkeit hatte der Nachwuchs-Kicker aber noch einiges vor. "Ich will mal das Boxen ausprobieren. Zu Hause darf ich ja nicht boxen", erklärte er lachend.

Viel Betrieb beim Box-Club

Beim Sporttag durfte er. Und konnte er. Denn der Boxclub Schaumberg war einer der rund zehn Vereine , die beim Sporttag ihre Sportart präsentierten. Allerdings musste sich Felix noch ein klein wenig gedulden, denn gerade beim Boxclub wollten viele Besucher ein wenig die Fäuste schwingen.

Andere Pläne als der kleine Felix hatte Landrat Udo Recktenwald , der gerade in voller Fahrrad-Montur von der SZ-Radtour mit dem TuS Peterberg ins Strandbad zurückgekehrt war. "Ich will auf jeden Fall noch Badminton spielen. Das wollte ich schon immer mal ausprobieren. Bisher habe ich aber noch nie die Zeit dafür gefunden", sagte der Landrat. Beim Sporttag konnte er das beim BC Oberthal nachholen.

Aus Oberthal war aber nicht nur der Badminton-Club, sondern auch der Judoclub angereist. Der hatte seine Matten auf der Wiese ausgelegt und präsentierte dort gemeinsam mit dem befreundeten Judo-Club aus Grügelborn seinen Kampfsport. "Judo ist ein toller Sport, der aber nicht so bekannt ist. Deshalb wollen wir uns hier präsentieren", erklärte der Vorsitzende des JCO, Roland Meisberger. Dabei ist sein Verein im Nachwuchsbereich durchaus gut aufgestellt. Rund 60 Mitglieder zählt die Jugendabteilung.

Die Oberthaler Kampfsportler waren aber nicht nur mit ihrer Judo-, sondern auch mit seiner Mil-Naka-Do-Sparte anwesend, einer in Deutschland noch fast unbekannten Kampfsportart. "Mil-Naka-Do ist Selbstverteidigung. Unsere Sportart hat zwei Wurzeln: der militärische Nahkampf und die fernöstlichen Kampfsportarten", berichtete der Vorsitzende der Abteilung, Eric Schweiger. "Unser Angebot richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene. Wir hoffen, hier noch weitere Mitstreiter zu finden."

Die Mädchen der Fitnessgruppe des FV Gonnesweiler präsentierten ihr Tanz-Talent (links). Jonas Kollmann und Luca Haßdenteufel (rechts) vom Judoclub Oberthal demonstrierten Würfe und Griffe.

Der veranstaltende Landkreis St. Wendel möchte mit dem Sporttag vor allem Kinder und Jugendliche für körperliche Betätigung begeistern. Nach einjähriger Pause (2015 musste der Sporttag wegen hohen Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke abgesagt werden) konnte der Veranstalter allerdings diesmal nur schwer schätzen, wie viele Besucher am Samstag an den See gekommen waren. "Eine genaue Zahl ist eigentlich nicht zu nennen, weil hier die Leute den ganzen Tag über kommen und gehen", erklärte Lukas Kowol von der Pressestelle des Landkreises.