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Gewerbeschau: Nicht fort fahren, sondern vor Ort bleiben

Gewerbeschau : Nicht fort fahren, sondern vor Ort bleiben

Leistungsschau des Gewerbevereins Schaumberg hatte die regionale Verbundenheit von Unternehmern und Kunden im Blick.

Mehr als 2000 Besucher strömten am 11. Juni auf den Hausberg des Saarlandes, um sich beim Schaumberger Gewerbegipfel über das Leistungspotenzial der heimischen Handel- und Gewerbetreibenden zu informieren. Nach vierjähriger Pause hatte der Gewerbeverein Schaumberg wieder eine Leistungsschau organisiert. 25 regionale Unternehmen nahmen daran teil. Erstmals präsentierten sich bei der Leistungsschau auch Handwerksvereine aus Hasborn-Dautweiler und Tholey. Neu war in diesem Jahr auch der Veranstaltungsort. „Wir wollten raus aus der Sporthalle mit ihrer unpersönlichen Hallenatmosphäre und haben uns für eine Zeltausstellung auf dem Schaumberg entschieden“, sagte Andreas Türk, Schriftführer des Gewerbevereins.

In einem großen Festzelt auf dem Schaumbergplateau hatten die Unternehmen ihre Informationsstände aufgebaut. „Wir sehen hier eine beeindruckende Darstellung der heimischen Wirtschaft und der engagierten Arbeit des Gewerbevereins und Handwerkervereine“, sagte Tholeys Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU) als Schirmherr der Veranstaltung. Die Gemeinde Tholey sei Dank ihren vielen guten Betriebe ein toller Wirtschaftsstandort mit mehr als 2400 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen.

In lockerer Zeltatmosphäre schlenderten die Besucher zwischen den Ständen umher und informierten sich im persönlichen Gespräch über die Produktpalette der Unternehmer, die von Büro- über Elektrotechnik, Fensterbau, Heizung und Sanitär bis hin zum Schreinerhandwerk reichte. Auf dem Plateau vor dem Schaumbergturm hatten drei Autohäuser ihre Fahrzeuge aufgestellt. Jörg Bender aus der Gemeinde Tholey nutzte den Besuch der Gewerbeschau, um sich über die Möglichkeiten der Erweiterung seines Hauses durch einen Wintergarten zu informieren. Ihm gefiel besonders der neue Veranstaltungsort der Gewerbeschau auf dem Schaumbergplateau: „Während ich mich im Ausstellungszelt bei den Unternehmen informiere, kann meine Frau die Zeit mit den Kindern auf dem Spielplatz verbringen und unser Lieblingseis in Charlottes Eismanufaktur genießen. Auf seiner Homepage wirbt der Gewerbeverein mit dem Slogan „Fahr nicht fort, bleib im Ort“.

So ist es auch Ziel der Leistungsschau, den ortsansässigen Unternehmen zu Aufträgen zu verhelfen. „Unser Gewerbegipfel ist eine kleine regionalbezogene Saarmesse. Wir wollen mit der Veranstaltung Aufträge generieren. Hier findet ein Erstkontakt zum Kunden statt“, erklärt Christof Falkenhorst. Für Marco Mrziglod ist es die erste Leistungsschau. Gemeinsam mit Schwester Nora Mrziglod-Laabs wirbt der Diplom-Restaurator auf dem Schaumberg für das in Tholey ansässige Familienunternehmen, das sich vor allem in der Denkmalpflege einen Namen gemacht hat. Zu ihren Schwerpunkten gehören die Untersuchung und Restaurierung von Wandmalereien und historischen Raumfassungen und Fassaden sowie von Einrichtungsgegenständen wie Altären, Gemälden und Figuren. Auch historische Handwerkstechniken wie Kalk- und Kaseinfarbanstriche, Lasuren und Glanzputztechniken gehören zu ihrem Arbeitsfeld. Die Geschwister führen den Betrieb mittlerweile in der vierten Generation. „Wir wollen bei der Gewerbeschau einfach mal zeigen, dass es solch einen Betrieb in unserer Region gibt“, erklärt Marco Mrziglod.

Das Thema seiner Diplomarbeit sei die Restaurierung der Privatkapelle der Familie von Boch in Mettlach gewesen. Diese Arbeit brachte ihm 2013 beim Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege einen Sonderpreis für herausragende Leistungen im Bereich der Farbrestaurierung ein. Mit der Teilnahme am Gewerbegipfel leiten die Geschwister neue Wege für ihr Familienunternehmen ein. Marco Mrziglod: „Wir wollen mehr Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Dazu gehört auch die Gestaltung einer neuen Homepage.“

Für Christof Falkenhorst, den Vorsitzenden des Gewerbevereins, ist die Teilnahme der Handwerksbetriebe eine wichtige Ergänzung zur bisherigen gewerbeorientierten Leistungsschau. Er erklärt: „Das Handwerk ist eine Seele unserer Gesellschaft und lebensnotwendig.“