| 20:07 Uhr

Saarpolygon
Stilles Örtchen in luftiger Höhe

 Die neue Toilettenanlage auf der Bergehalde Duhamel bei Ensdorf stellten vor (von links): Volker Hagelstein, Hans-Jürgen Becker, Hartwin Faust und Christoph Collet.
Die neue Toilettenanlage auf der Bergehalde Duhamel bei Ensdorf stellten vor (von links): Volker Hagelstein, Hans-Jürgen Becker, Hartwin Faust und Christoph Collet. FOTO: Johannes A. Bodwing
Ensdorf. Die lange Wartezeit ist vorbei. Seit Kurzem steht auf der Bergehalde Duhamel in Ensdorf eine Toilettenanlage für die Besucher des Polygons.

Manchmal kann das schon etwas eng werden. Wenn Besucher nach einem halbstündigen Aufstieg auf der Bergehalde Duhamel stehen und sich dann das Mittagessen oder der Kaffee danach bemerkbar machen. Dafür gibt es nun auch ein stilles Örtchen auf dem Plateau rund 150 Meter über dem Saartal. „Erst einmal für zwei Jahre“, stellte am Dienstagmorgen auf der windigen Freifläche Volker Hagelstein dar, Vorstandsmitglied des Fördervereins BergbauErbeSaar. So lange läuft der Miet- und Servicevertrag für die neue Toilettenanlage. Die steht in Form eines Containers etwa vier Meter unterhalb des Hauptplateaus mit dem Saarpolygon. Dicht an einem Stromverteiler, um möglichst wenig den Gesamteindruck zu beeinträchtigen. Aber auch für einen kurzen Weg zur Stromversorgung. Das Wasser wird von der Vermieterfirma erneuert.


„Das ist erst einmal ein Provisorium“, sagte Hans-Jürgen Becker, Vorsitzender des Fördervereins. Um zu testen, wie das Angebot angenommen werde. Hagelstein ergänzte: „Dann müssen die Besucher auch pfleglich damit umgehen.“ Zwei gleich große Räume sind in dem Container eingerichtet. Einer für Frauen, einer für Männer. Die WC basieren auf dem Prinzip von Chemietoiletten. Mit viel Platz und Haltegriffen neben der Toilette sind sie auch behindertengerecht. Denn viermal im Jahr bietet der Verein Shuttle-Tage an, erklärte Becker, „für Menschen, die sonst nicht hier hochkommen“. Zuvor hatte man dazu Toilettenhäuschen aufgestellt, doch das sei richtig teuer gewesen.

Eine Toilettenanlage war von der Eröffnung des Polygons im Jahre 2016 an im Gespräch. Erste Angebote lagen bei Summen, erläuterte Ensdorfs Bürgermeister Hartwin Faust, „die nicht zu stemmen waren“. Dann kam die jetzige mobile Mietvariante. Daran beteiligt sich der Förderverein BergbauErbeSaar. Ensdorf steuert ebenso einen Beitrag zu den Betriebskosten bei wie die „Kaffeeküche“ am Fuß der Halde, die durch Christoph Collet vertreten war. Mit diesen Sponsoren wurde eine Lösung gefunden, die Betriebskosten über die vertraglich vereinbarten Mietjahre 2019 bis 2020 abzudecken. Für Ensdorf bringe es auch den Vorteil, merkte Faust an, dass Besucher nach der Rückkehr von der Halde nicht mehr die WC in der Sporthalle benutzen. Das spart der Gemeinde einiges an Kosten. Zumal der Großteil der Besucher über den Zugang von Ensdorfer Seite auf die Halde steigt. Insgesamt sei die Toilettenanlage wichtig, weil sich das Polygon „unglaublicher Beliebtheit“ erfreut, sagte Hagelstein. Mit täglich etwa 1000 Besuchern an sonnigen Wochenenden und um die 200 pro Tag die Woche über.



Die Anlage wird vom Schließdienst geöffnet, entsprechend der Öffnungszeiten des Polygons. Das ist in der Saison von März bis Oktober jeweils von 8 bis 21 Uhr. Größere Veränderungen könnte es geben, wenn die Sanierung der Halde abgeschlossen ist, sagte Hagelstein. „Dann kann es sein, dass hier eine feste Gastronomie hinkommt.“ Auch ließe sich noch einiges am Plateau gestalten und attraktiver machen. Dazu ist ein Zeitraum von etwa zehn Jahren im Gespräch.

Weitere Informationen über den Verein, den Bergbau und das Saarpolygon finden sich im Internet.

(az)