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Seine Hand führte ein Engel

St. Wendel. Im St. Wendeler Museum im Mia-Münster-Haus wird am morgigen Freitag, 15. Mai, um 19 Uhr die Ausstellung "Jede Dichtung eine Wahrheit - Jede Wirklichkeit ein Traum" eröffnet. Gezeigt werden Bilder des Künstlers György Lehoczky, der von 1901 bis 1979 lebte. In der St. Wendeler Ausstellung werden etwa hundert Gemälde und Zeichnungen des Künstlers präsentiert

St. Wendel. Im St. Wendeler Museum im Mia-Münster-Haus wird am morgigen Freitag, 15. Mai, um 19 Uhr die Ausstellung "Jede Dichtung eine Wahrheit - Jede Wirklichkeit ein Traum" eröffnet. Gezeigt werden Bilder des Künstlers György Lehoczky, der von 1901 bis 1979 lebte. In der St. Wendeler Ausstellung werden etwa hundert Gemälde und Zeichnungen des Künstlers präsentiert. Sie wurden, bis auf wenige Ausnahmen, noch nie in Ausstellungen gezeigt. In den Museumsräumen wandelt man nun zwischen Dichtung und Wahrheit, erlebt man überraschende Gedankensprünge und witzige oder auch anrührende Geschichten. Während der Ausstellung erscheint ein Kinderbuch (das auch für Erwachsene geeignet ist) mit einer ganz überraschenden Fassung der Arche-Noah-Geschichte, von György Lehoczky im Jahre 1956 geschrieben und gezeichnet. György Kàroly László Lehoczky, Architekt und Maler, wurde 1901 in Ungarn geboren. Hier studierte er nach dem Abitur Architektur, und war dann als Architekt selbständig tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg flüchtete er zunächst nach Österreich, 1947 kam er schließlich nach Saarbrücken. Als staatenloser Ausländer hatte György Lehoczky keine Arbeitserlaubnis; erst 1955 wurde er im Saarland eingebürgert, 1967 erhielt er die deutsche Staatsangehörigkeit. Zu seinen bedeutendsten Kirchbauten im Saarland zählen zwei Klöster: In Bous das Redemptoristenkloster Heiligenborn (1949-52) und in Püttlingen das Kloster Heilig Kreuz, einziges Redemptoristinnen-Kloster in Deutschland (1956-60). Vor allem aber gestaltete er großartige Fenster, die in vielen saarländischen Kirchen zu finden sind. Als Beispiel nennen wir an dieser Stelle die Fenster in der Stiftskirche St. Arnual.Darüberhinaus lehrte er an der Technischen Höheren Lehranstalt in Saarbrücken (1956-65). Er zeichnete für Kalender, verfasste und illustrierte Kinderbücher, und malte Ölbilder und Aquarelle in einem sehr persönlichen Stil. Ungarische WurzelnNicht nur die ungarischen Wurzeln sind erkennbar, sondern auch seine tiefreligiöse Lebensüberzeugung. Lehoczky schöpfte Kraft und Kreativität aus seinem Glauben. "Ich sagte nie, dass ich gearbeitet habe - ich habe in meinem Leben nur gespielt, mit Reißschienen und Zirkeln, mit bunten Gläsern, mit Bleistiften, Farben und Pinseln. Wie ich meinen Pinsel geführt habe, so führte meine Hand ein guter Engel. So sage ich hier Dank dem Engel für die vieljährige Hilfe und bitte ihn, er möge meinen Dank höher leiten." (Notiz aus dem Archiv von Vera Dieckmann, der Tochter des Künstlers). Lehoczky starb 1979 in Saarbrücken. redÖffnungszeiten des Museums St. Wendel, Mia-Münster-Haus: Dienstag, Mittwoch und Freitag zehn bis 13 und 14 bis 16.30 Uhr, Donnerstag bis 18 Uhr; Samstag 14 bis 16.30 Uhr, Sonntag (und an Feiertagen) 14 bis 18 Uhr.