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Brunnenfest Karlsbrunn: Mit dem Rad einmal quer durch die Region

Brunnenfest Karlsbrunn : Mit dem Rad einmal quer durch die Region

Am Wochenende hat Karlsbrunn sein Brunnenfest gefeiert. Mit kulinarischen Genüssen, Flohmarkt, Kinder-Vergnügen; zahlreiche Besucher kamen. Unseren Autor hat das Wetter dazu verführt, eine Fahrradtour quer durch die Region zu unternehmen – eine lohnende Sache.

Vor der angekündigten Hitzewelle will ich noch mal ein bisschen in die Pedale treten. „Leicht wechselhaft, aber nicht unfreundlich“, lautet die Wettervorhersage für Sonntag. Also raus aus den Federn und rauf aufs Rad! Ziel ist das Brunnenfest in Karlsbrunn.

Den Weg von Völklingen in den idyllischen Warndtort kenne ich im Schlaf. Allerdings nur mit dem Auto. Ich erinnere mich an die grünen Radweg-Schilder, die an der Fährmann-Statue in Wehrden die Richtung weisen. Vor Ort werde ich direkt fündig. „Großrosseln 6,6 km“, verkündet ein Wegweiser.

Na, das ist doch ein Klacks. Zumindest bei gutem Wetter. Hab ich gerade einen Tropfen abbekommen? Glücklicherweise ist die Regenjacke immer griffbereit. Fast immer. Irgendwann in diesem Jahrhundertsommer wurde der überflüssige Ballast wohl über Bord geworfen. Aber kein Problem, es bleibt trocken.

Vor der Weiterfahrt lege ich am Fährmann-Rastplatz erst mal die Beine hoch und genieße den Blick auf die Hüttenkulisse. Vorbei an der Lebenshilfe Völklingen und am Angelsportverein Geislautern rolle ich nach der kurzen Pause in den Warndt. Neben Radlern sind Spaziergänger mit Hund und Jogger unterwegs.

Nur noch 4,5 Kilometer bis Großrosseln. St. Nikolaus, der Nachbarort von Karlsbrunn, ist laut Wegweiser allerdings noch 12,4 Kilometer entfernt. Ups, das kann sich ziehen. Wenig später erscheint am Horizont ein Förderturm. Und am Wegesrand entdecke ich eine wilde Müllkippe. Was für eine Sauerei!

Vorbei an der alten Grube Velsen geht es weiter hinein in den Warndt. „Roulez au pas“, steht auf einem Verkehrsschild. Auch die französischen Autokennzeichen und eine Trikolore an der Haustür zeigen mir, dass ich mittlerweile beim Fußball-Weltmeister zu Gast bin. Allerdings nur kurz, über die Ortsmitte Großrosseln führt der Radweg wieder in die Natur.

Bisher war die Tour eben, jetzt geht es wohl gleich bergauf. „Steigt 40 m auf 800 m“, kündigt ein Schild an. Dass ich Mountainbiker im Wald sichte, deutet ebenfalls darauf hin, dass es nun hügelig wird. Mehr als die moderate Steigung nervt dann aber der steinige Untergrund. Mein Crossrad kommt bei dem Belag an seine Grenzen. Vor allem, wenn es über 100 Kilo schleppen muss.

An der Forststraße – unterhalb des Ortseingangs von Dorf im Warndt – verlasse ich den offiziellen Radweg und begebe mich wieder auf bekanntes Terrain: Vom Warndtdorf nach Karlsbrunn führt die Straße permanent bergab.

Gegen zwölf Uhr erreiche ich das Brunnenfest. Dort gibt es alles, was den hungrigen Radler glücklich macht: vom Schwenksteak über Dibbelabbes bis zum Flammkuchen. An der Essensausgabe stehen die Besucher Schlange.

„Wer bekommt ein Schnitzel? Wer hat Schnitzel bestellt?“, ruft eine Helferin im Küchenzelt. Schnell findet sich der richtige Abnehmer für den Teller. Die Gäste essen und plaudern an den Tischen oder drehen eine Runde über den Flohmarkt. Ilyes Simpara (2) aus Forbach spielt mit seinem Eimerchen am plätschernden Brunnen. „Wir kommen öfter nach Karlsbrunn“, erzählt seine Mutter. Die Tiere im Wildpark und der Spielplatz locken die beiden an.

 Die Helfer im Küchenzelt haben beim Brunnenfest alle Hände voll zu tun. Kurt Müller kümmert sich um die Schnitzel.
Die Helfer im Küchenzelt haben beim Brunnenfest alle Hände voll zu tun. Kurt Müller kümmert sich um die Schnitzel. Foto: Thomas Annen
 Unterwegs: Pause am Fährmann-Rastplatz in Wehrden.
Unterwegs: Pause am Fährmann-Rastplatz in Wehrden. Foto: Thomas Annen
 Für den kleinen Flohmarkt ist viel Platz auf der Wiese.
Für den kleinen Flohmarkt ist viel Platz auf der Wiese. Foto: Thomas Annen

„Ich bin sehr zufrieden“, resümiert Festorganisator Albrecht Wagner. Am Samstagabend seien alle Sitzplätze belegt gewesen, berichtet der Chef des Förderkreises des SV Karlsbrunn. Am frühen Sonntagnachmittag herrscht auch schon wieder ordentlich Betrieb. Und viele Gäste kommen noch. Nachher gibt es Kaffee, Kuchen und Livemusik. Ich verabschiede mich vom Brunnenfest. Auf dem Rückweg läuft alles wie geschmiert, jetzt kommt sogar die Sonne raus.