Konzert von Moe und Joschka Brings in Kirkel

Konzert in der Arbeitskammer : Akustikduo sorgt für absolute Stille

Beim zweiten Gastspiel sorgten Moe und Joschka Brings  für ein volles Bildungszentrum der Arbeitskammer Kirkel.

Akustikduos funktionieren meistens nach dem Prinzip, dass der eine die Songs schreibt und die erste Stimme singt, während der andere eine stimmliche und instrumentale Begleitung liefert. Das war schon bei dem wohl berühmtesten Duo der Popgeschichte so, bei Simon and Garfunkel. Wie man es auch machen kann, zeigten am Dienstagabend Moe und Joschka Brings  – wobei das keine Brüder sind: Moe ist der Künstlername des einen, Joschka Brings der richtige Name des anderen. Im voll besetzten Konferenzsaal des Bildungszentrums der Arbeitskammer in Kirkel spielte in der ersten Hälfte Joschka Brings seine Songs und Moe begleitete ihn – in der zweiten Hälfte war es umgekehrt. Der Unterschied zwischen den beiden Songschreibern war nicht groß. Joschka Brings hatte vielleicht die noch leiseren und melancholischeren Lieder mitgebracht und sang mit sanfterer Stimme. Zumeist standen die beiden um zwei an einem Ständer angebrachte Mikrofone herum, eines für beider Gesang, eines für die Gitarren, das Akkordeon oder das Banjo.

Dieser Aufbau hatte großen Charme, sorgte er doch dafür, dass die leisen Balladen niemals aufdringlich wirkten. Im Publikum hätte man eine Stecknadel fallen hören können. „Es ist absolut beeindruckend, wie ruhig 100 Leute sein können. Da gab es auch schon Orte, wo zwei Leute mehr Krach gemacht haben“, sagte Joschka Brings dazu. Der 23-Jährige stammt aus dem kleinen Ort Hiddenhausen im Kreis Herford, der 25-jährige Moe aus dem nahe gelegenen Bielefeld. Kennengelernt haben sich die beiden über die lokale Musikszene.

Jetzt sind sie zumeist als Duo auf kleinen Tourneen unterwegs. Im Bildungszentrum spielten sie schon zum zweiten Mal - umso mehr freute sich Joschka Brings darüber, dass der Saal wieder komplett gefüllt war. „Normalerweise kommen die Leute nur einmal“, scherzte er. Der Liedermacher, der sich auch mal ans Piano setzte, wirkte mit Bart, Brille und Schiebermütze ein wenig wie aus der Zeit gefallen – hätte man ihn in die jungen Jahre von Hannes Wader oder Reinhard Mey versetzt, wäre er in diesen Kreisen nicht aufgefallen. Allerdings: Alle Texte sangen die beiden auf Englisch. So leise, wie die Songs waren, so groß war das Selbstbewusstsein von Moe und Joschka, die immer wieder das Publikum zum Mitsingen aufforderten oder die zum Abschluss einfach mitten hinein in den Saal gingen und dort die Nähe zum Publikum fanden.

Die überaus positive Resonanz war ihnen sicher. Ohne große Erwartungen war etwa Meytan Akman aus Homburg zu dem Konzert gegangen. Sie sagte hinterher: „Mir hat’s sehr gut gefallen, tolle Jungs, die haben das sehr charmant rübergebracht, auch die Songs. Ich war positiv überrascht von der Band.“ Johann Himbert aus Wolfersheim kannte das Duo schon vom letzten Auftritt und war wieder begeistert: „Das war erstklassig und entspannend. Das war supergut, es lohnt sich auf jeden Fall, noch mal zu kommen, auch zum dritten Mal käme ich wieder.“ Sina Georges aus St. Wendel meinte: „Mir hat’s sehr gut gefallen, ich fand das Zusammenspiel der beiden Künstler sehr schön. Es war insgesamt eine sehr angenehme ruhige Stimmung.“

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