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Herweck trotzt der Krise

Kirkel. "Die ersten drei Monate sind sehr gut gelaufen." Sätze wie den von Dieter Philippi, einer der Gründer der Firma Herweck in Kirkel, sind in Zeiten der Wirtschaftskrise selten bis gar nicht zu hören. Und das sind noch nicht alle guten Nachrichten. "Wir stellen auch ein und bilden aus", sagt Philippi (Stellenangebote im Netz: www.herweck.de/index Von SZ-Redakteurin Ulrike Stumm

Kirkel. "Die ersten drei Monate sind sehr gut gelaufen." Sätze wie den von Dieter Philippi, einer der Gründer der Firma Herweck in Kirkel, sind in Zeiten der Wirtschaftskrise selten bis gar nicht zu hören. Und das sind noch nicht alle guten Nachrichten. "Wir stellen auch ein und bilden aus", sagt Philippi (Stellenangebote im Netz: www.herweck.de/index.php?id=aktuellestellenangebote). Etwa 30 neue Stellen plant der Großhändler für Artikel aus der Informations- und Telekommunikationstechnologie, kurz ITK, in den nächsten zwei Jahren. Und weil es in den bestehenden drei Gebäuden Im Driescher in Kirkel eng geworden ist, entsteht derzeit nebenan ein Neubau. 1,1 Millionen Euro werde hier inklusive Innenausstattung investiert, informiert er; bis September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Entscheidung für den Neubau sei bereits im vergangenen Jahr gefallen. "Wir waren beim Platz am Anschlag und konnten nicht mehr weiter wachsen", begründet er. 400 Quadratmeter Lager und noch einmal ebensoviel Platz für Büroräume ist vorgesehen. Vor allem der Vertrieb soll noch einmal ausgeweitet werden. Den Erfolg trotz Krise macht Philippi an drei Faktoren fest: In der Branche habe ein Bereinigungsprozess eingesetzt. Kunden von Unternehmen, die Insolvenz anmelden mussten, verteilten sich auf die anderen Firmen. Außerdem: Herweck sei am Markt wegen der qualitativ sehr guten Arbeit auch sehr gut angesehen. Der dritte Punkt ist branchenspezifisch. Das Unternehmen sei bei der Vermittlung von Mobilfunk- und Festnetzverträgen aktiv. Händler, die für die Vermittlung solcher Verträge dann Provisionen ausgezahlt bekommen, setzten hier natürlich auf Firmen, die finanziell gut dastehen. Es ist ein enorm großer Markt, auf dem Herweck agiert. Der sei 1989, als das Postmonopol in bestimmten Bereichen fiel, praktisch explodiert, erläutert Philippi. Den Fuß hatten die beiden Gründer, neben Philippi auch Jörg Herweck, da schon in der Tür. Was sich in den vergangenen 20 Jahren auf diesem Markt getan hat, macht auch ein Blick in den ersten Prospekt aus dem Gründungsjahr 1985 deutlich: Diverse Telefone in verschiedenen Formen, so genannte "Fancy-Phones" sind da zu sehen: vom Garfield- bis zum Bananendesign. Der Anschluss war damals noch allein der Post vorbehalten. Heute vertreibt Herweck mehr als 8000 Artikel vom Handy bis zur kompletten Telefonanlage. 550 Pakete verlassen das Lager täglich. Das meiste, 92 Prozent, gehe an Fachhändler außerhalb des Saarlandes. 2008 verzeichnete die Firma einen Umsatz von 106 Millionen Euro, 2007 lag dieser mit 120 Millionen Euro noch höher. Das liege aber an einem speziellen Geschäft, das abgewickelt wurde, erläutert Philippi. Im Prinzip hätten sich die Umsatzzahlen über die Jahre stetig nach oben entwickelt. Auch für das Jahr 2009 sieht er das Unternehmen gut aufgestellt. "Wir haben gerade einmal einen Marktanteil von zwei Prozent. Da gibt es noch genug Terrain, wenn wir weiterhin gut arbeiten."



Auf einen BlickGegründet wurde Herweck im Jahr 1985 von Jörg Herweck und Dieter Philippi. Das Unternehmen mit Sitz in Kirkel hat etwa 130 Mitarbeiter - aus dem ganzen Saarland und auch einige aus Rheinland-Pfalz. Es beliefert als Großhändler etwa 10 000 Fachhändler in ganz Deutschland. Zu den etwa 8500 Artikeln gehört alles rund um Informationstechnologie und Telekommunikation. Von Handys über Telefonanlagen, schnurlose Telefone und Zubehör bis zu den Dingen, die nötig sind, um in einem Gebäude Kommunikation zu ermöglichen, wie spezielle Kabel, Stecker oder Verteilerkästen. ust