Heinrich-Kimmle-Stiftung : Leistungsschau mit viel Unterhaltung

Das bunte Unterhaltungsprogramm kam beim Tag der offenen Tür in der Heinrich-Kimmle-Stiftung am Zweibrücker Etzelweg ebenso gut an wie die kulinarischen Köstlichkeiten. Mehr als 1000 Menschen mit und ohne Handicap genossen das Fest.

Fröhliches Lachen erklang in den voll besetzten Räumen der Heinrich-Kimmle-Stiftung am Sonntagmittag. Die in Pirmasens vor 54 Jahren gegründete Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigung hatte zum Tag der Offenen Tür in ihre großzügigen Räume am Zweibrücker Etzelweg eingeladen und freute sich über ein volles Haus. In einer Ecke des Hauptraumes amüsierten sich Kinder und Erwachsene, Menschen mit und ohne Handicap, an den liebevollen Späßen von Zauberclownin Zina Zamperini aus Thaleischweiler-Fröschen. Was wünscht sich der kunddelige Hund Hugo wohl zum Geburtstag? Genau, eine Freundin. Die Kinder zogen Karten und wurden von dem weißen Fellknäuel „abgeschnuppert“. „Nein“, „Nein“, „Nein“ – das war nicht die richtige Hundedame. Doch dann das Aufstrahlen: Zur Feier des Tages erhielt Hugo gleich noch die gleiche Schleife, wie seine Freundin auf dem Bild und von jedem zum Abschied ein Küsschen.

Dramatischer war die Szene mit der Waschmaschine. Der kleine Junge, der sie bedienen durfte, verwandelte den roten und weißen Stinkestrumpf von Zina Zamperini zunächst in Lochstrümpfe und dann in Kindersöckchen. Als Überraschung löste er im dritten Waschgang das Stinkgeheimnis: Heraus kam ein wuseliges Stinktier. Auch das Duo „Un-er-hört“ und der schwungvolle Auftritt der Tanzgruppe und der Live-Event-Gruppe sorgten für beste Stimmung.

Mehr als 50 Interessierte ließen sich an zwei Terminen in drei Gruppen durch die Werkstätten der Einrichtung führen. Hier am Etzelweg, dem größeren der beiden Standorte in Zweibrücken, und am Flughafen finden seit 21 Jahren rund 200 Menschen mit Handicap mehr als eine sinnvolle Tagesbeschäftigung. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir als ernstzunehmende Dienstleister für den Endverbraucher wie auch für verschiedene Unternehmen fungieren und dies in vielfältigen Bereichen“, betonte Jan Wagner vom Sozialdienst, der dem Führungsteam unter Leitung von Klaus Eisenbarth angehört.

In der Schreinerei entstehen in Zusammenarbeit mit der Schlosserei hochwertige Stehtische aus Holz oder Plastik sowie Biergarnituren, die von zahlreichen Brauereien abgenommen werden. Stolz ist die Heinrich-Kimmle-Stiftung auch auf die Holzstühle für Physiotherapeuten, die sie exklusiv fertigen dürfen. Das Traditionsprodukt der Einrichtung, der Buchstabenzug, der seit der Gründung 1998 gefertigt wird, bleibe erhalten und auch die Biermeter kommen so gut an, dass es zeitweise Lieferfristen gibt.

Um Menschen mit kurzfristiger oder geringfügiger Beeinträchtigung gemäß dem Auftrag der Einrichtung für den ersten Arbeitsmarkt zu qualifizieren, arbeitet die Schreinerei CNC-gestützt und auch die Schlosserei ist mit einem modernen Maschinenpark bestens ausgestattet. Selbst den klassischen Bereich von Verpackung und Konfektionierung hat die Heinrich-Kimmle-Stiftung in Zweibrücken vertieft. Hier entstehen im Auftrag der Firma Schließmeyer etwa Teile für den Opel Adam. „Da haben wir exakte Fristen und sehr hohe Qualitätsvorgaben“, betont Jan Wagner den Anspruch.

Damit auch Menschen, die etwa nicht zählen können, am Arbeitsleben mit Spaß und Sinn teilhaben, werden Vorrichtung erstellt: Schablonen, in die bestimmte Kleinteile einzuordnen sind oder Zehnerreihen, die mit den entsprechenden Konfektionsteilen gefüllt werden. Sehr engagiert seien auch die Mitarbeiter in der Wäscherei. „Wir haben auf Grund der großen Nachfrage in der Gastronomie jetzt erweitert“, erklärt der Sozialpädagoge. Damit sei die Theke in den Werksladen gerutscht. „Das kommt bei Mitarbeiten und Kunden gut an, so haben sie viel mehr Kontakt miteinander“, freut er sich.

Die Gartenbauabteilung legt ebenso Beete für den Einzelkunden wie im Auftrag des UBZ an oder übernimmt großflächige Mäharbeiten für Unternehmen sowie im öffentlichen Raum. Kirsten Müller hat ihren Bundesfreiwilligen Dienst in der Heinrich-Kimmle-Stiftung geleistet. „Ich überlege, noch mal zu kommen“, sagte die auszubildende Automobilverkäuferin bei ihrem Besuch.

Die angebotenen Köstlichkeiten, Kaffee und Kuchen aus der eigenen Küche, fanden bei den mehr als 1000 Besuchern, verteilt über den Tag, reißend Absatz und auch aus dem Werkstattladen wanderten etliche Produkte in ein neues Zuhause.

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