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Wie es nach der Zulassung des Corona-Impfstoffes weitergeht

Spahn rechnet mit Massenimpfungen im Sommer : Wie es nach der Zulassung des Corona-Impfstoffes weitergeht

In den ersten Wochen nach der Zulassung werden nur begrenzte Mengen an Dosen des Biontech-Impfstoffes verfügbar sein. Darauf macht Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) keinen Hehl. Die Corona-Impfzentren dürften daher zunächst nicht unter Volllast fahren.

Der Bund lässt das Präparat je nach Bevölkerungsanteil an insgesamt 27 feste Standorte in den Bundesländern liefern. Ab dann sind die Länder für Lagerung und Verteilung sowie die Beschaffung von Impfzubehör wie Lösungsmittel, Spritzen und Kanülen zuständig. Spahn rechnet mit genug Impfstoff für Massenimpfungen im kommenden Sommer. Impfungen sollen dann auch von Impfzentren an normale Praxen in der Fläche übergehen.

Mit der Auslieferung der ersten Chargen des Biontech-Immpfstoffes soll es derweil schnell gehen. Gleich nach der Zulassung durch die Europäische Kommission will das Unternehmen beginnen, den für die Bundesrepublik vorgesehenen Impfstoff aus dem Pfizer-Werk im belgischen Puurs nach Deutschland an eine zentrale Anlieferstelle zu bringen. Von dort aus geht es weiter zu den Verteilzentren der Bundesländer. Der Impfstoff muss bei minus 75  Grad gelagert werden. In speziell entwickelten Versandboxen kann das Präparat bei diesen Temperaturen bis zu 15 Tage transportiert werden.

Nach der Impfverordnung des Bundes sollen anfangs Ältere über 80 Jahre und Pflegeheimbewohner zum Zuge kommen können, zudem Personal etwa in Notaufnahmen oder Corona-Stationen sowie in der Altenpflege. Insgesamt umfasst diese Gruppe der Ständigen Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut (RKI) zufolge rund 8,6 Millionen Menschen. Zu denen, die am wenigsten dringlich zu impfen sind, gehören im Allgemeinen Menschen unter 60 Jahren, die weder Vorerkrankungen haben, noch mit Risikopatienten in Kontakt kommen oder berufsbedingt viele Menschen treffen. Das entspricht etwa 45 Millionen Menschen.

Die Impfungen sollen gratis sein, egal ob und wie jemand versichert ist. Die Kosten für die Impfstoffe übernimmt der Bund. Dafür stehen im Etat 2021 zunächst 2,7 Milliarden Euro bereit. Die Kosten rund um die Impfungen insgesamt taxiert Spahn auf bis zu sechs Milliarden Euro.

Dass der Biontech-Impfstoff gegen die in Großbritannien und anderen Ländern aufgetretene neue Variante des Coronavirus wirkungslos ist, glaubt die Ema unterdessen nicht. „Zu diesem Zeitpunkt gibt es keinen Beweis für die Annahme, dass der Impfstoff nicht gegen die neue Variante wirken könnte“, sagt Ema-Direktorin Emer Cooke. Über die neue Virus-Variante müssten aber noch mehr Informationen gesammelt werden.

Der Berliner Virologe Christian Drosten sagt über die Mutation: „Ich bin darüber nicht so sehr besorgt im Moment“, allerdings sei er auch „in einer etwas unklaren Informationslage“.

Andreas Bergthaler von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (CeMM) in Wien, hält die derzeitige Entwicklung nicht für „wahnsinnig alarmierend“. Dass Mutationen auftauchen, sei nicht ungewöhnlich, derzeit wisse man nicht, ob die beobachteten Veränderungen die Eigenschaften des Erregers überhaupt entscheidend beeinflussen.