Einigung im Tarifstreit der Post

Einigung im Tarifstreit der Post

Die noch 7600 Paketzusteller des Konzerns bleiben dauerhaft bei der Post und werden nicht in schlechter bezahlte Gesellschaften ausgelagert. Betriebsbedingte Beendigungs-und Änderungskündigungen sind bis 2019 vom Tisch.

. Die Deutsche Post und die Gewerkschaft Verdi haben sich am Sonntagabend nach schwierigen Verhandlungen auf einen Kompromiss im Tarifstreit geeinigt. Für die Post-Beschäftigten bedeutet die Einigung neben einem Gehaltszuwachs vor allem umfassende Job-Garantien. Post-Chef Frank Appel erklärte nach dem Abcshluss der Verhandlungen, die nach einem dreitägigen Marathon erzielte Vereinbarung sei "ein guter Tag" für das Unternehmen, seine Mitarbeiter und Kunden. Personalvorstand Melanie Kreis erklärte, für das Unternehmen ermögliche die Einigung künftiges Wachstum. Hauptvorteil für alle Kunden ist, dass die Post spätestens am Dienstag wieder pünktlich zugestellt wird.

Der Abschluss kann als ein echter Kompromiss angesehen werden. Denn beide Seiten haben ihre Ziele nur teilweise umsetzen können. Nachfolgend die Kernpunkte im Überblick:

Die Post hat erreicht, dass es in ihrem Paketgeschäft auch künftig Gesellschaften mit 20 bis 30 Prozent schlechterer Bezahlung als im Verdi-Haustarif gibt. Eine Rückabwicklung der bereits Anfang 2015 ausgegründeten Gesellschaften ist damit vom Tisch.

Andererseits hat die Gewerkschaft Verdi durchgesetzt, dass die derzeit 7600 Post-Paketzusteller nicht in diese Gesellschaften versetzt werden dürfen. Nur neu Eingestellte sollen für diese Lösung infrage kommen. Der Bestand ist also geschützt.

Zugleich kann die Post ihren Wachstumskurs und Personalaufbau bei den Paket-Gesellschaften fortsetzen. Denn vor allem das Geschäft mit dem Online-Handel boomt derzeit. Verdi widerum ist es gelungen, für vier weitere Jahre einen Kündigungsschutz auszuhandeln. Außerdem hat die Gewerkschaft eine relativ kräftige Einmalzahlung von 400 Euro in diesem Jahr sowie die Übernahme von mindestens zwei Jahre lang befristet beschäftigter Kollegen in feste Jobs erreicht. Zudem wird der Verbleib von Brief- und Verbundzustellung im Bonner Konzern für drei Jahre bis Ende 2018 garantiert.

Dafür musste Verdi im Gegenzug allerdings die lange Laufzeit des Vertrags bis Ende Januar 2018 akzeptieren. Es gibt auch keine Absenkung der Wochenarbeitszeit von aktuell 38,5 Stunden. Zudem sind die dauerhaft wirksamen Lohnanstiege in den kommenden Jahren um zwei Prozent (2016) und dann noch einmal um 1,7 Prozent (2017) eher bescheiden.

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