Weg mit dem Damenbart

Zupfen, Rasieren, Bleichen – es gibt zahlreiche Methoden, um lästige Gesichtshärchen loszuwerden. Lasern entfernt den Damenbart dauerhaft, funktioniert aber nicht immer. Und es birgt gesundheitliche Risiken.

Ulrike Schlossberger ist Hautärztin in Köln . Wenn Frauen wegen ihres Damenbartes zu ihr in die Praxis kommen, dann haben sie vorher oft eine ganze Reihe an Versuchen gestartet, die störenden Härchen zu Hause selbst zu entfernen: durch Kaltwachsstreifen, Zuckerpaste oder tägliches Zupfen. "Der Leidensdruck dieser Frauen ist enorm hoch", erzählt die Dermatologin. "Die Patientinnen berichten davon, dass sie auf der Straße oft angestarrt werden. Manche werden auch offen auf ihren Bart angesprochen. Alle Patientinnen fühlen sich nicht richtig weiblich."

Ursachen klären

Auch Martina Bayerl Ärztin an der Venusklinik für ästhetische Medizin und Lasertherapien in Augsburg bestätigt diese Erfahrungen. Die Hautärztin kennt die häufigsten Gründe, die zum Wuchs eines Damenbartes führen: "Betroffen sind zumeist Frauen mit einer familiären Veranlagung. Auch hormonelle Störungen oder Schilddrüsenerkrankungen spielen eine Rolle. Ferner entsteht ein Damenbart auch häufiger bei Adipositas, also Übergewicht." Ulrike Schlossberger ergänzt: "Auch Krankheiten wie Hypertrichose oder Hirsutismus, also verstärkter Haarwuchs fast wie beim Mann, können einen Damenbart wachsen lassen. In seltenen Fällen kann sogar ein Tumor Auslöser sein. Man sollte in jedem Fall zum Arzt gehen, um die Ursache herauszufinden."

Der einfachste und zugleich günstigste Weg, den Damenbart zu entfernen, ist das Zupfen. Eine Pinzette kostet nur wenige Euro. Der Vorteil: Die Prozedur ist schnell zu Hause vorm Spiegel erledigt. Doch Vorsicht: Zupfen kann schmerzhaft sein und muss alle paar Tage wiederholt werden. Zudem können Entzündungen entstehen. Schlimmer noch: Das Haar kann einwachsen. Von Bleichmitteln raten viele Mediziner ab. "Bleichen kann die Haut verätzen und ist geruchsintensiv", warnt zum Beispiel das Deutsche Ärzteblatt.

Als die derzeit nachhaltigste Methode, den Damenbart loszuwerden, gilt die Laserbehandlung. Laut Martina Bayerl ist sie nahezu schmerzfrei: "Die gebündelte Lichtenergie der Laser trifft die Haarwurzeln. Durch einen speziellen, thermischen Effekt werden diese dann für immer zerstört."

Lasern birgt Risiken

Eine Laser-Epilation dauert laut der Hautärztin im Gesicht wenige Minuten. "Der Erfolg stellt sich nach etwa zwei Wochen ein", fügt Bayerl hinzu, "nach dieser Zeitspanne bemerkt man, wie die Haare von allein ausfallen und deutlich lichter werden".

Doch das Lasern birgt auch Nachteile und gesundheitliche Risiken. Zunächst wirkt es nicht bei jeder Haarfarbe. "Nur dunkle Haare lassen sich lasern", sagt Schlossberger: "Bei hellen Haaren funktioniert die Methode nicht." Grund ist die Beschaffenheit des Haares. Der Laserstrahl kann nur dunkle Haarwurzeln zerstören. Zum anderen ist Lasern teuer, denn mit einer Behandlung ist es nicht getan. Das bestätigt Martina Bayerl: "In aller Regel sind für ein kosmetisch optimales Ergebnis acht bis zehn Sitzungen erforderlich. Die Zeitabstände der einzelnen Behandlungen betragen vier bis sechs Wochen." Hintergrund ist, dass sich immer nur 20 bis 30 Prozent aller Haare in einer Wachstumsphase befinden, in der ein Laser wirken kann. Das erklärt, warum Sitzungen wiederholt werden müssen. Bayerl: "Eine Sitzung kostet zwischen 75 und 150 Euro. Die privaten Kassen zahlen in Ausnahmefällen, die gesetzlichen Kassen übernehmen die Kosten nicht."

Ulrike Schlossberger weist zudem auf den Aufwand und die Nebenwirkungen hin: "Nach einer Laserbehandlung darf man acht Wochen nicht in die Sonne, man sollte einige Tage auf Kosmetika verzichten, Sauna und Schwimmbad sind zwei Wochen lang Tabu." Wem das nichts ausmacht, der läuft dennoch Gefahr, dass die Haut reagiert. "Es kann zu Rötungen, Krusten, Blasen, ja sogar leichten Schmerzen beim Lasern kommen", berichtet die Kölner Dermatologin. "Auch Narben können entstehen. Das kann man leider nicht ausschließen."

Wer all die Risiken auf sich nimmt, kann noch lange nicht davon ausgehen, dass die Therapie auch wirklich dauerhaft anschlägt. Das Deutsche Ärzteblatt berichtet von Studien an 1800 Probandinnen, in denen die Laser-Therapie nur bei knapp 70 Prozent aller Patientinnen wirkte. Ein nahezu voller Erfolg wurde dagegen erzielt, wenn die Laserbehandlung mit dem wachstumshemmenden Arzneistoff Eflornithin kombiniert wurde, der in einer speziellen Creme enthalten ist.

"Bei 96,4 Prozent der Testpersonen verschwanden die Haare vollständig oder fast vollständig. Eflornithin steigert den Erfolg der Laser-Therapie um rund 30 Prozent", behauptet das Fachblatt. Doch auch hier ist eine Absprache mit dem Arzt notwendig, denn wie jede andere Creme kann auch diese Hautreizungen auslösen.