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Grandiose Natur lockt nach Georgien

Grandiose Natur lockt nach Georgien

Bergsteigen, Wandern oder Touren mit dem Mountainbike – die georgische Provinz Swanetien bietet viele Möglichkeiten für aktive Touristen. Dazu kommt die beeindruckende Kultur des Bergvolks der Swanen.

Unberührte Natur mit einer beeindruckenden Berglandschaft und eine jahrhundertealte Kultur: Willkommen in der georgischen Provinz Swanetien. Drei große Berge, die es mit den Gipfeln der Alpen locker aufnehmen können, thronen über den Tälern: der Uschba mit 4710 Metern, der höchste Berg Shkhara (5193 Meter) und der Tetnuldi (4858 Meter).

Wer die Region erkunden will, sollte Lust auf ein kleines Abenteuer haben. Schon die Anfahrt von der georgischen Hauptstadt Tbilisi aus ist etwas beschwerlich und führt zumeist über Landstraßen. Lohnenswert ist ein Abstecher zum mächtigen Staudamm Enguri. Mit einer Bogenstaumauer von 270 Metern ist er einer der größten der Welt. Über kurvige Passstraßen führt die Fahrt weiter nach Swanetien. Atemberaubende Schluchten und herrliche Tannenwälder an den Berghängen ziehen vorbei.

Stadt der Türme

Nach zehn Stunden ist dann das Zentrum Swanetiens, die Stadt Mestia , erreicht. Sofort springen deren unzählige Türme ins Auge. Sie dienten vor vielen Jahrhunderten nicht nur als Wehrtürme, um Feinde frühzeitig zu erkennen, sondern auch als Schutz vor Angriffen verfeindeter Clans. Im Winter wohnten die Familien gemeinsam mit dem Vieh in Häusern. Dann kamen nicht selten 30 Personen zusammen. In der Mitte wurde mit einer Feuerstelle geheizt und dort auch das Essen zubereitet. Das alles kann in einem Museum in Mestia besichtigt werden.

Abends werden die Türme der Stadt in ein warmes Licht getaucht und sorgen für eine einzigartige Atmosphäre, die Touristen aus ganz Europa anlockt.

Bei Mountainbikern ist Swanetien mittlerweile eine Topadresse. Sie haben im Sommer hier ebenso ihren Spaß wie Wanderer. Und im Winter lockt das Skigebiet Hatsvali nur wenige Minuten Autofahrt von Mestia entfernt. Der Sessellift bringt auch im Sommer die Touristen auf den Gipfel. Hier trifft man eine Gruppe aus Polen ebenso wie ein Ehepaar aus Deutschland, das über die Ukraine nach Georgien gekommen und von der Schönheit Swanetiens beeindruckt ist. Vom Berg Zuruldi auf 2340 Metern genießen sie alle das Panorama des Berges Uschba. Dahinter liegt schon Russland.

In Kürze soll am Berg Tetnuldi ein zweites Skigebiet eröffnet werden. Aber das Schöne an Swanetien: Es ist noch nicht alles so perfekt erschlossen wie in den Alpen. Das merkt man auch auf dem Weg nach Uschguli. Das mittelalterliche Wehrdorf ist eine Art Freilichtmuseum und Teil des Weltkulturerbes. Doch die Fahrt ist nichts für schwache Nerven. Die Straße kann man kaum so nennen, es geht fast ausschließlich über Steinpisten. Fahrer müssen vorsichtig einige Stellen passieren, an denen Wasser über die Straße fließt. Schließlich wird es immer enger. Leitplanken gibt's natürlich keine. Dabei liegt rechts eine tiefe Schlucht.

Nach drei Stunden und rund 40 Kilometern hat man es geschafft. Das höchstgelegene Dorf Europas auf 2200 Metern mit seinen uralten Türmen und Häusern aus dem 12. Jahrhundert ist einen Besuch wert. Wer will, kann die Gegend hier auf dem Rücken eines Pferdes erkunden oder sich zu Fuß auf den Weg in die Berge machen. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es genug: viele Gästehäuser und sogar ein kleiner Campingplatz empfangen die Besucher.

Ein weiterer Pluspunkt Swanetiens ist die große Gastfreundschaft der Swanen: Hier trifft man beispielsweise eine musikalische Familie, die sogar einen Musiker aus Kanada hierherlockte, der den Mehrstimmengesang der Georgier lernen will. Eine Kostprobe für Besucher gibt die Familie gerne, wobei alle Kinder mitsingen - Erlebnisse, die typisch für Georgien sind. Hier kommen Touristen noch wirklich in Kontakt mit den Einheimischen, ganz anders als in vielen sterilen Hotels. Wer in Swanetien war, wird die grandiose Natur und die Gastfreundschaft der Swanen nie vergessen.

Zum Thema:

Blick auf den Berg Uschba, der nur wenige Kilometer entfernt von der georgischen Stadt Mestia liegt. Foto: saeftel Foto: saeftel
Das Mittelalter-Dorf Uschguli in Georgien. Foto: Saeftel Foto: Saeftel

Hintergrund Lufthansa fliegt ab München täglich direkt in die Hauptstadt Georgiens, Tbilisi. Die Alternativroute ist zum Beispiel Frankfurt-Istanbul-Tbilisi. Wer sich die lange Autofahrt nach Swanetien sparen will, kann auch von Tbilisi weiter nach Mestia fliegen. Unterkünfte gibt es vom Campingplatz bis zum Hotel. sm georgia.travel georgia-insight.eu