Wie praktisch ist das bunte Polo-SUV?

Automobil : Auch als SUV kann der VW Polo überzeugen

VW rundet seine SUV-Palette nach unten ab. Der neue T-Cross auf Basis des Polo gesellt sich zu T-Roc, Tiguan und Touareg.

Das Segment der komfortablen SUVs (Sport utility vehicle – sportliches Mehrzweckfahrzeug) wächst weiterhin rasant. Kein Wunder also, dass VW jetzt ein viertes SUV-Modell anbietet: den T-Cross, der auf dem Kleinwagen Polo basiert. Die Karosserie ist annähernd würfelförmig gestaltet. Das verweist bereits auf eine erhöhte Sitzposition.

Diese Form kommt dem Innenraum enorm zu Gute. Aus der Fahrerperspektive sind die äußeren Enden leichter einzuschätzen, der Blick nach hinten wird nicht durch schräge hintere Dachsäulen eingeschränkt, der Fahrgastraum wirkt großzügiger. Im Fond gibt es mehr Licht und weniger Belästigung durch eine abfallende Dachlinie.

Die um 14 Zentimeter längs verschiebbare Rückbank schafft wahlweise massig Beinfreiheit oder mehr Transportfläche hinter den Lehnen. Trotz Plattform und Radstand des Polo bietet der T-Cross sechs Zentimeter mehr Länge und 14 Zentimeter mehr Höhe. Das ergibt ein Kofferraumvolumen von 385 bis 455 Liter.

Dachhoch können sogar 1281 Liter Transportgut verstaut werden, wenn der Fahrer allein unterwegs ist. Der umgeklappte Beifahrersitz ermöglicht 2,36 Meter Ladelänge. Das entspricht in etwa dem größeren, vom Golf abgeleiteten T-Roc mit seiner schrägen Heckklappe.

Trotz der Ladekapazität geht es im T-Cross keineswegs rustikal wie in einem leichten Nutzfahrzeug zu. Zwölf verschiedene Lackierungen stehen zur Auswahl. Accessoires wie die Plastikumrahmung zur Fahrbahn hin sowie ein Reflektorband quer über die Heckklappe verleihen dem Fahrzeug einen gewissen Charakter.

Ab der Style-Ausstattung gibt es auf Wunsch ein Designpaket (Aufpreis 790 Euro) mit wahlweise türkis, orange oder schwarz gemusterten Felgen, ebenso gefärbter Instrumententafel, Komfortsitzen mit bunten Sitzbezügen, lackierten Außenspiegeln und abgedunkelten Scheiben. Mehrfarbige Ambientebeleuchtung und Chrom-Paket sind darin ebenso enthalten wie eine Klimaanlage. Diese kostet in der Grundversion 560 Euro extra.

Zur serienmäßigen Sicherheitsausstattung zählen Umfeldbeobachtungssystem samt Fußgängererkennung und City-Notbremsfunktion, Spurhalteassistent, Spurwechselwarner mit integriertem Ausparkassistent, Berganfahrassistent sowie ein Insassenschutzsystem, das bei Unfallgefahr die Fenster schließt, die Gurte strafft und zusätzlichen Bremsdruck aufbaut.

Gegen Aufpreis erhältlich sind Müdigkeitserkennung (70 Euro), automatische Abstandsregelung (255 Euro), Einparkhilfe (495 Euro), Rückfahrkamera (280 Euro) und Park-Lenkassistent (150 Euro). Auf ersten Testfahrten konnte die Abstandsregelung die üblichen Ziehharmonika-Effekte im dichten Verkehr leider kaum harmonisch ausgleichen. Wem der Spurhalteassistent zu aufdringlich ist, muss ihn vor jedem Fahrtbeginn abschalten.

Die verwendeten Materialien sind nicht die hochwertigsten, doch dank der VW-typischen guten Verarbeitungsqualität wirkt das Ganze nicht billig. Unterwegs sorgt die leichtgängige Lenkung für präzise Richtungsänderungen. Dazu passt die Fahrwerksabstimmung, die eine angenehme Mitte zwischen Komfort und Stabilität trifft. Volkswagen bringt mit dem T-Cross einen Neuling auf die Straße, der bemerkenswert ausgereift wirkt.

Die derzeit verfügbaren Dreizylinder-Benzinmotoren mit 1,0 Liter Hubraum und Leistungen von 95 PS/70 kW sowie 115 PS/85 kW sind in der Abgasklasse Euro 6d-temp eingestuft. Ihr Normverbrauch wird jeweils mit optimistischen 4,9 Litern (CO2-Ausstoß: 112 g/km) angegeben. Beim schwächeren Triebwerk übertragen fünf Gänge die Kraft, beim stärkeren deren sechs oder gegen Aufpreis ein Doppelkupplungsgetriebe. Automatik und Handschalter liegen auf ähnlichem CO2-Niveau: 111 g/km

Übermotorisiert ist man mit beiden Kraftquellen bestimmt nicht. Naturgemäß erleichtern 115 Pferdestärken Überholmanöver, wobei der Motor im höheren Drehzahlbereich überraschend rau zu Werke geht. Wir hatten auch Gelegenheit, den 1,6-Liter-Diesel-Vierzylinder mit 95 PS/70 kW zu fahren, der erst Ende Mai lieferbar sein wird.

Für den T-Cross bietet VW auch ein digitales Cockpit an. Es kostet wie im Polo 400 Euro Aufpreis. Der Fahrer kann mehrere Darstellungen wählen. Foto: Volkswagen

Er läuft deutlich ruhiger als die beiden Dreizylinder, macht den T-Cross wegen seines höheren Eigengewichts allerdings nicht flinker. Wer es auf Spritzigkeit abgesehen hat, muss bis zum Jahresende auf einen Vierzylinder-Benziner mit 150 PS warten. Alles in allem hinterlässt der T-Cross mit seinem praktischen Grundkonzept einen stimmigen Gesamteindruck. Der Einstiegspreis liegt bei 17 975 Euro.

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