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VW T-Cross
Kleiner Spätstarter mit großen Ambitionen

Der neue VW T-Cross ist 4,11 Meter lang und 1,56 Meter hoch. Er zählt zur Klasse der kleinen SUVs. Die Einstiegsversion mit 95 PS starkem 1,0-Liter-Dreizylindermotor soll ab kommendem Frühjahr ab 17 975 Euro erhältlich sein.
Der neue VW T-Cross ist 4,11 Meter lang und 1,56 Meter hoch. Er zählt zur Klasse der kleinen SUVs. Die Einstiegsversion mit 95 PS starkem 1,0-Liter-Dreizylindermotor soll ab kommendem Frühjahr ab 17 975 Euro erhältlich sein.
Wolfsburg. Wie immer hat sich VW auch mit einem eigenen SUV in der Kleinwagen-Klasse viel Zeit gelassen. Im März kommt der neue T-Cross auf den Markt, der auf dem Polo basiert. Er startet jedoch ohne Allradantrieb. Ingo Reuss

Die Weltpremiere des T-Cross, des jüngsten Sprosses seiner SUV-Familie, hat VW in diesen Tagen aufwändig inszeniert. Keine Frage, die Wolfsburger wollen damit die Bedeutung des Crossovers – ein Stilmix aus Kleinwagen und Geländefahrzeug – unterstreichen. In Amsterdam, in der Sugar City (ehemalige Fabrik- und Lagerhäuser im Hafen), rollte der T-Cross auf die Event-Bühne, rund fünf Monate vor der Markteinführung im nächsten Frühjahr.


Der T-Cross ist wichtiger Bestandteil der Modelloffensive des VW-Konzerns im stark wachsenden Segment der kleinen SUVs, in dem bisher nur der Seat Arona erfolgreich auf Kundenfang geht. Auf den Märkten ist das neue Modell eine Antwort von VW auf Konkurrenten aus Korea, Japan und Frankreich. Der T-Cross tritt nun gegen Renault Captur und Co. zwar wieder einmal spät, aber durchaus erfolgversprechend an.

Künftig will VW den Anteil der SUVs und Crossover in seiner Modellpalette auf etwa 50 Prozent steigern. Größte Wachstumsmärkte sind Europa, Südamerika und China. Marktanalysen sagen, dass sich das Segment der kleinen und kompakten SUVs in den nächsten zehn Jahren verdoppeln wird. Da will VW freilich gerüstet sein.



Die Wolfsburger entwickeln derzeit 55 neue Modelle, die meisten auf Basis des Modularen Querbaukastens. Bei den Antrieben werden verstärkt Plug-in-Hybride kommen und Mitte 2019 ein erstes in größerer Serie gebautes reines Elektroauto, die Crossover-Variante I.D. Crozz, danach der Bus-artige I.D. Buzz im Retro-Look. Sogar ein I.D. Beetle sei geplant.

Bei den Volumenmodellen folgt im kommenden Jahr der Golf in achter Auflage. Das T-Roc-Cabrio wird Anfang 2020 den eingestellten Golf mit Stoffverdeck ersetzen. Vom Tiguan soll es in gut einem Jahr eine Coupé-Version geben, voraussichtlich auch als Plug-in-Hybrid. Die Limousine Arteon bekommt wohl 2020 eine Shooting-Brake-Variante mit schrägem Heck. Frei nach dem Motto: in die Nische und Elektrifizierung überall. Eine kompakte Limousine wie den in den USA erhältlichen Jetta wollen die Wolfsburger in Europa nicht mehr anbieten.

Aber jetzt fährt erst mal der T-Cross vor. Er basiert auf dem Polo und ist zwölf Zentimeter kürzer als der vor knapp einem Jahr vorgestellte T-Roc. Dennoch ist der Neue ein vollwertiger Fünftürer. Auch wenn seine markanten und muskulösen Formen nach Offroad aussehen, gibt ihn nicht mit Allrad.

Dafür hat der Kunde die Wahl unter vier Turbomotoren, darunter nur ein Diesel, der 1.6 TDI mit 95 PS/70 kW Leistung. Bei den Benzinern bietet Volkswagen den 1.0 TSI mit 95 PS/70 kW oder 115 PS/85 kW an, dazu den 1.5 TSI mit 150 PS/110 KW. Die Ausstattungslinien heißen „T-Cross“, „Life“ und „Style“. Für Life und Style gibt es zusätzliche Design- und R-Line-Pakete.

Schon in der Basis kann sich die Serienausstattung sehen lassen bis hin zu Bordcomputer, Radio, vier elektrischen Fensterhebern und höhenverstellbarem Fahrersitz. Der im spanischen VW-Werk Navarra zusammen mit dem Polo gebaute T-Cross wird ab 17 975 Euro mit dem 1,0-Liter-Dreizylinder (95 PS) ausgeliefert.

Mit seinem speziellen Innenraumkonzept ist der T-Cross flexibler als vergleichbare andere Modelle. Die Rücksitzbank ist um 14 Zentimeter verschiebbar, und ins Gepäckabteil passen bis zu 1281 Liter, wenn die Rücksitzlehne umgeklappt wird. Sonst sind es zwischen 385 und 455 Litern. Der Innenraum wirkt großzügig und mit den optionalen Designpaketen besonders gediegen. Das Platzangebot profitiert vom relativ langen Radstand (2,56 Meter) und von der verschiebbaren Rückbank. Die erhöhte Sitzposition schafft Überblick.

Dank des VW-Baukastens verfügt der T-Cross über Assistenzsysteme, die man sonst nur aus höheren Klassen kennt. An Bord sind serienmäßig Front Assist mit Fußgängererkennung und City-Notbremse, Spurhalte- und Spurwechselfunktion, Auspark- und Berganfahrhilfe. Optional erhält man unter anderem die automatische Abstandsregelung und den Parklenkassistenten. Die Vernetzung ist ebenfalls auf hohem Niveau.

Der T-Cross weist als Designelement am Heck ein Reflektorband auf, eingerahmt von einer schwarzen Blende.
Der T-Cross weist als Designelement am Heck ein Reflektorband auf, eingerahmt von einer schwarzen Blende.
Auf Wunsch wird der T-Cross mit digitalem Cockpit geliefert, das einen 8-Zoll-Infotainment-Touchscreen umfasst.
Auf Wunsch wird der T-Cross mit digitalem Cockpit geliefert, das einen 8-Zoll-Infotainment-Touchscreen umfasst.