Auto Show New York: Viele Premieren sorgen unverhofft für Glanz

Automobil : Viele Premieren sorgen unverhofft für Glanz

Auf der New York International Auto Show sind der neue Mercedes GLS und der Porsche Speedster die Blickfänger der deutschen Marken.

Automessen scheinen ein zunehmend schwieriges Geschäft zu werden. Immer wieder glänzen wichtige Hersteller durch Abwesenheit. Mal fehlen Mitsubishi und Volvo, mal sucht das Publikum vergebens nach BMW oder Opel. Umso mehr erstaunt jetzt, dass die doch eher nur lokal bedeutende Autoausstellung in New York zur Premierenschau wird. Zwar sind auch hier nicht alle versammelt, BMW und Volvo fehlen im Javits-Center direkt an den Ufern des Hudson, dafür sind andere Marken umso präsenter. Die Veranstaltung, die noch bis 28. April läuft, hatte 2018 immerhin 1,8 Millionen Besucher angelockt.

Vor allem Mercedes-Benz nutzt das New Yorker Parkett für einen fulminanten Auftritt und eine umfassende Neuheiten-Schau. Passend zum amerikanischen Geschmack steht hier das neue SUV GLS im Scheinwerferlicht. Es ist auf XL-Format gewachsen und rückt mit all seinen Assistenzsystemen und seiner hochwertigen Ausstattung der S-Klasse noch näher.

Der EQC zeigt die elektrische SUV-Zukunft von Mercedes. Das GLC Coupé ist wohl die bizarrste Spielart der Gattung der SUVs. Im Scheinwerferlicht steht außerdem das Coupé CLA in der AMG-Version. Hier werden 302 PS/222 kW geboten, die ein aufgeladener Vierzylindermotor generiert.

Der GLS ist 5,20 Meter lang. Drei Motoren, zwei Diesel und ein Benziner, stehen zum Marktstart im Sommer bereit. Im GLS 350d leistet der Diesel 286 PS/210 kW und gibt 600 Nm Drehmoment ab. Der zweite Diesel schafft 330 PS/243 kW und 700 Nm Drehmomentspitze. Beide Motoren verbrauchen 7,9 Liter auf 100 Kilometer und arbeiten bei der Abgasreinigung mit doppelten SCR-Katalysatoren.

Den GLS 450 treibt ein V6-Benziner mit 367 PS/270 kW und 500 Nm Drehmoment an. Kurz nach der Modelleinführung folgt der GLS 580 mit einem 487 PS/358 kW starken 4,0-Liter-V8, der 700 Nm stemmt und nach Norm mit 10 Liter Verbrauch auskommen soll. Beide Benziner nutzen sanfte Hybridtechnik mit einem 48-Volt-Bordsystem und kräftigen Starter-Generator-Einheiten, die im Bedarfsfall 22 PS und 50 Nm beisteuern.

Toyota präsentiert die Neuauflage der Mittelklasse-Limousine Camry – und das gleich mit Hybridantrieb. Die Bordbatterie soll etwa 35 Kilometer rein elektrisches Fahren möglich machen, den Verbrauch gibt Toyota mit schlanken 3,6 Litern Super an. Zudem zeigt der japanische Hersteller den Geländewagen Highlander, der jedoch nicht in Europa angeboten werden soll.

Eine Premiere feiert außerdem Subaru mit dem neuen Outback. Mit dem typischen Boxermotor und permanentem Allrandtrieb kommt er wohl noch in diesem Jahr nach Deutschland. Sein Debüt gibt außerdem der Porsche 911 Speedster, der ebenfalls mit den üblichen Boxermotoren verschiedener Leistungsklassen auf die Straßen kommen wird.

Volkswagen zeigt die Studie eines weiteren Pick-ups, der auf den Namen Tarok getauft wurde. Sollte das allradgetriebene Nutzfahrzeug in Serie gehen, wäre dies keine erfolgversprechende Modellbezeichnung. Bereits Anfang der 1980er Jahre hatte VW nach dem Auslaufen des Pick-up Caddy einen aufgesägten Golf mit Ladefläche gestartet. Aus Kostengründen gab es eine Kooperation mit Toyota. Der Pick-up wurde im Werk Hannover nach den Konstruktionsplänen des japanischen Herstellers gebaut.

Bei Toyota war der Wagen als Hilux im Programm, VW gab ihm den Namen Taroq, stellte die Produktion nach kurzer Zeit wegen ausbleibender Nachfrage jedoch wieder ein. Auch bei VW zu sehen ist das SUV Atlas mit einer optisch stärkeren Betonung der Offroad-Eigenschaften.

Nur für den amerikanischen Markt sieht die japanische Marke Nissan den Pick-up Titan vor, ein fast sechs Meter langes Nutzfahrzeug. Ohnehin sind Pick-ups, die zu den meistverkauften Fahrzeugen in den Vereinigten Staaten gehören, auf der Ausstellung überall präsent. Im Jahreszyklus werden die Modelle, von denen fast jeder nichtdeutsche Anbieter mindestens eine Version in Amerika anbietet, mehr oder weniger umfangreich erneuert.

Die Marktführer heißen Ford F150 und Chevrolet Silverado und verkaufen sich besser als jede Limousine. Gegen die Titanen des Mittleren Westens nehmen sich die Europäer wie Mercedes X-Klasse und VW Amarok winzig aus. Und deshalb sind sie in Amerika gar nicht erst am Start.

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