Die Gesundheitsrisiken des neuen Mobilfunkstandards

Wie gesund ist 5G? : Die Gesundheitsrisiken des neuen Mobilfunkstandards

Alle Welt redet von 5G. Der neue Mobilfunkstandard verspricht viele Chancen für Industrie und Privatnutzer. Doch bringt die neue Technologie auch gesundheitliche Risiken mit sich?

Bei Mobilfunkstrahlung handelt es sich um elektromagnetische Strahlung. Zahlreiche Studien haben sich bereits mit den Auswirkungen beschäftigt. „Eindeutig nachgewiesen ist bislang lediglich, dass die Strahlung eine thermische, also wärmende Wirkung hat. Das kennt man ja auch aus der Mikrowelle“, erklärt Sarah Drießen vom Forschungszentrum für elektromagnetische Umweltverträglichkeit an der Technischen Hochschule ­Aachen. Allerdings falle dieser Effekt beim Mobilfunk viel geringer aus. Um eine schädliche Wirkung auszuschließen, dürfen bestimmte Strahlungswerte nicht überschritten werden. Wer die Werte des eigenen Smartphones überprüfen will, kann dies auf der Internetseite des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) tun. Die Behörde führt eine Liste, die regelmäßig aktualisiert wird. Bei einem Wert von unter 0,6 gilt ein Gerät als strahlungsarm.

Immer wieder wird Handystrahlung mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht. Doch es ist nicht medizinisch erwiesen, ob ein Zusammenhang besteht. „Wir haben keinen Nachweis, dass die Smartphone-Nutzung bei Einhaltung der internationalen Grenzwerte Krebs verursachen könnte“, sagt Gunde Ziegelberger vom BfS. Zwar seien die Studien noch nicht in der Lage, völlige Sicherheit zu geben, weil sich Tumore über lange Zeit entwickeln. „Aber mit jedem Jahr, in dem wir keinen Anstieg an Erkrankungen sehen, erhalten wir mehr Gewissheit.“ Manche Ärzte sehen das anders. Einige von ihnen haben sich im vergangenen Jahr in einem offenen Brief an Verkehrsminister Andreas Scheuer gewandt. Sie warnen vor den Auswirkungen des 5G-Ausbaus auf Patienten, die besonders empfindlich auf elektromagnetische Strahlen reagieren. Etwa sechs bis acht Prozent der Bevölkerung sind nach Angaben der Ärzte davon betroffen. Diese Menschen würden aufgrund der Strahlung unter anderem unter Migräne, Schmerzzuständen oder Depressionen leiden.

Um sich vor Handystrahlung zu schützen, empfehlen Experten, das Gerät möglichst selten direkt an den Kopf zu halten. Beim Telefonieren sollen Nutzer ein Headset oder die Lautsprecherfunktion nutzen. Auch direkt am Körper sollen Anwender das Handy nicht tragen. Nachts ist es dem Rat der Fachleute zufolge am besten, den Flugmodus einzuschalten. Ebenfalls Vorsicht geboten ist bei schlechtem Empfang. Dann sei die Strahlung von Mobiltelefonen am stärksten, weswegen Anwender ihr Handy in solchen Gegenden nicht nutzen sollen. Besonders Kinder sollen vor solcher Strahlung geschützt werden.

Was bedeutet das alles für den 5G-Ausbau? Die Menschen würden durch die größere Anzahl an Funkmasten zwangsläufig stärkerer Strahlung ausgesetzt als jetzt, warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz. Allein die Deutsche Telekom will die Zahl ihrer Mobilfunkstandorte verdoppeln. Jeder einzelne neue Sendemast soll jedoch eine geringere Leistung bieten als die bereits bestehenden. Die Auswirkungen lassen sich laut BfS jedoch noch nicht absehen.

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