Das steckt hinter dem neuen Mobilfunkstandard 5G

Superschnell ins World Wide Web : Das kann das mobile Internet der Zukunft

Der neue Mobilfunkstandard 5G ist derzeit in aller Munde. Was steckt hinter der neuen Technologie und was bringt sie mit sich?

(dpa) Der neue Mobilfunkstandard 5G wurde in den vergangenen Wochen kontrovers diskutiert. Die einen wollen ihn möglichst schnell etabliert sehen, andere warnen vor den Gefahren, die die neue Technologie mit sich bringt. Doch was ist 5G überhaupt? Und was haben Privatnutzer davon?

5G bezeichnet die fünfte Mobilfunkgeneration. Daten können damit rund hundertmal schneller transportiert werden als mit dem aktuellen Standard LTE (4G). Außerdem kann mit 5G eine größere Anzahl von Geräten gleichzeitig mit dem Internet und untereinander verbunden werden als bei den älteren Standards. Auch können mit der neuen Technologie Geräte bis auf einen Meter genau geortet werden. Ein 5G-Netz kann sich zudem selbstständig an die jeweiligen Erfordernisse der einzelnen verbundenen Geräte anpassen. So können zum Beispiel in einer Fertigungshalle besonders viele Maschinen miteinander verbunden werden. Genauso gut kann 5G eine schnelle Datenübertragungsrate zur Verfügung stellen oder aber auf Straßen ein besonders schnelles und zuverlässiges Netz zur Verkehrssteuerung bieten.

In der 5G-Auktion, die am 19. März beginnen soll, geht es um 41 Frequenzblöcke, die in vergleichsweise hohen Bereichen liegen. Nach den Gesetzen der Physik haben diese hohen Frequenzen keine großen Reichweiten. Es können zwar theoretisch bis zu fünf Kilometer überbrückt werden, aber auch nur dann, wenn kein Baum, Haus oder ein anderes Hindernis im Weg steht. Die Frequenzen aus der geplanten Versteigerung eignen sich deshalb eher weniger, um etwa ländliche Gebiete mit Mobilfunk großflächig abzudecken. Der Funkstandard 5G lässt sich aber auch auf anderen Frequenzen nutzen, die größere Entfernungen überwinden können. Die entsprechenden Frequenzen wurden bereits vor einiger Zeit an die Mobilfunkanbieter versteigert.

Bei 5G gibt es nicht ein Netz für alle Nutzer, sondern viele virtuelle Netze, die unterschiedliche Anforderungen erfüllen können. Manche Anwendungen verlangen möglichst große Datenübertragungsraten, andere haben nur kleine Datenmengen zu übertragen, die aber mit möglichst geringer zeitlicher Verzögerung ankommen müssen, beispielsweise bei der Steuerung einer Drohne oder der Vernetzung autonomer Fahrzeuge. In der Logistik wird dagegen eine möglichst stromsparende Anbindung von unzähligen Gegenständen gewünscht.

Zunächst werden von 5G vor allem Unternehmen profitieren, die den neuen Standard zum Beispiel nutzen, um Maschinen oder Fahrzeuge miteinander zu vernetzen. Für die Industrie gilt 5G als unverzichtbar, da sich etwa Roboter in Fertigungshallen damit präzise steuern lassen. Auch intelligente Verkehrsleitsysteme sind in Planung, bei denen sich etwa die Ampelschaltung am tatsächlichen Verkehrsaufkommen orientiert. Zudem wird der Einsatz von 5G für den Betrieb selbstfahrender Fahrzeuge getestet.

Erst kürzlich haben zahlreiche Hersteller neue Smartphones angekündigt, die bereits den 5G-Standard unterstützen. Doch wann die ersten Käufer davon einen Vorteil haben werden, ist offen. Noch gibt es keine buchbaren Tarife der Mobilfunkanbieter für den neuen Standard. Vorteile dürfte 5G privaten Nutzern überall dort bringen, wo viele Menschen zusammenkommen und gleichzeitig online sein wollen. So eignet sich 5G zum Beispiel dafür, allen Besuchern eines Open-Air-Konzerts oder allen Zuschauern im Fußballstadion eine Internet-Verbindung zu verschaffen.

5G soll die bestehenden LTE-Netze nicht ablösen. Die Mobilfunkbetreiber wollen diese Netze auch weiterhin massiv ausbauen. Für viele Anforderungen dürfte LTE auch völlig ausreichen, zum Beispiel um Videos aus dem Internet zu streamen. Im einfachen Betrieb kommt LTE auf eine Geschwindigkeit von bis zu 150 Megabit pro Sekunde, in manchen Städten sind heute bereits bis zu 300 Megabit pro Sekunde möglich. Allerdings sind viele LTE-Netze nicht in der Lage, die theoretisch möglichen Höchstgeschwindigkeiten auch tatsächlich zu liefern. Bei 5G soll mehr von der möglichen Leistung auch wirklich bei den Nutzern ankommen.

5G dürfte kaum flächendeckend angeboten werden. Zuletzt forderten zwar mehrere Bundesländer den Ausbau von 5G bis in den letzten Winkel. Für die Versorgung ländlicher Gebiete haben die 5G-Frequenzen, die nun versteigert werden, in der Regel aber zu kurze Reichweiten. Dafür bräuchte es viele Zehntausend neu errichtete Funkzellen. Jeder einzelne 5G-Mast kostet schätzungsweise mehr als 100 000 Euro, sodass schnell Milliardensummen zusammenkommen. Bislang stehen in Deutschland rund 70 000 Funkmasten, die über viele Jahre hinweg aufgebaut wurden. Mit den bereits versteigerten Frequenzen fällt es leichter, große Flächen zu versorgen. Allerdings können Daten mit diesen Frequenzen nicht so schnell übertragen werden, wie es mit 5G eigentlich möglich wäre.

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