Der Strom reißt Serien-Klassiker mit

Der Strom reißt Serien-Klassiker mit

Mit seiner Autoshow erreichte Moderator Jeremy Clarkson ein dreistelliges Millionenpublikum. Auch die Abenteuer der Gilmore Girls hatten eine riesige Fangemeinde. Während die Fernsehmacher von beiden aber nichts mehr wissen wollen, leben sie im Internet wieder auf.

Wenn Jeremy Clarkson zusammen mit seinen Mitstreitern Richard Hammond und James May für den britischen Sender BBC Autos testete, lag hinterher schon mal ein halbes Einkaufszentrum in Trümmern. Auch zu diplomatischen Verwicklungen konnte es kommen, wenn die Filmcrew durch Argentinien fuhr und dabei die Aggressionen der Einheimischen auf sich zog, weil die sich an die Invasion der Briten im Falklandkrieg erinnert fühlten.

Trotz oder aufgrund solcher Aufregungen war die Sendung ein weltweiter Hit: 350 Millionen Zuschauer sahen sich das Format an. Über ein Vierteljahrhundert prägte Moderator Jeremy Clarkson mit seiner anarchischen Art den Stil der Show. Doch im vergangen Jahr wurde Clarkson gefeuert, weil er einen Produzenten der Sendung attackiert haben soll.

Die BBC versuchte, das Format in diesem Jahr mit einem neuen Moderatoren-Team fortzuführen - mit verheerendem Ergebnis. Die Zuschauerzahlen sanken in Großbritannien um mehr als die Hälfte, der Hauptmoderator stieg bereits nach der ersten Staffel wieder aus, in der Presse wurde das Experiment als "Flop Gear" tituliert.

Der Internatanbieter Amazon Prime nutzte die Gunst der Stunde und sicherte sich die Dienste Clarksons und seiner beiden Kollegen Hammond und May. Unter dem Namen The Grand Tour sollen sie nun im Internet an den früheren Erfolg anknüpfen. Clarkson gibt sich vom Konzept überzeugt: "Warum muss ich mir denn meine Lieblingssendung jedes Mal um vier Uhr nachmittags anschauen? Gerade hat mich wieder jemand bei Twitter gefragt, wann meine Show läuft. Wann immer du willst!"

Bei der Produktion ließ sich Amazon nicht lumpen: An Schauplätzen rund um den Globus wurden bisher mit 150 Fahrzeugen insgesamt 4000 Meilen, knapp 6500 Kilometer, zurückgelegt, mehr als 70 Reifen gewechselt und 9 Kamele geritten.

Die erste Folge können Nutzer seit vergangenem Freitag beim Streamingdienst Amazon Prime Video ansehen. Das Internetunternehmen vermeldete dazu einen Rekord: Die Show sei die bisher erfolgreichste Premierensendung in der Geschichte des Dienstes.

Am kommenden Freitag taucht beim Konkurrenten Netflix ein ähnlich beliebtes Format wieder aus der Versenkung auf. Die Serie Gilmore Girls um das Mutter-Tochter-Paar Lorelai und Rory Gilmore war aufgrund ihres Tempos, Wortwitzes und der skurrilen Charaktere bei Fans sehr beliebt. Als die Serie vor neun Jahren nach sieben Staffeln endete, waren etliche Fragen offen.

Wie es mit den Figuren weitergegangen ist, können die Fans nun in den vier Episoden von "Gilmore Girls: Ein neues Jahr" erfahren. "Als Netflix ankam, haben wir uns gedacht: Was für eine tolle Chance, in ein neues Format einzutauchen und Geschichten auf eine andere Art, aber mit Hilfe von geliebten Charakteren zu erzählen", sagt die Autorin, Regisseurin und Produzentin der Neuauflage, Amy Sherman-Palladino, die bereits für die ersten sechs Staffeln verantwortlich war.

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