Vielfältige Auswahl in virtuellen Videotheken

Vielfältige Auswahl in virtuellen Videotheken

Die Online-Videotheken Netflix, Amazon Prime, Maxdome und Sky Online versprechen werbefreies Filmvergnügen und eine große Titelauswahl zum überschaubaren Preis. Die schiere Fülle an Serien und Kinoproduktionen ist überwältigend, doch nicht entscheidend für die Qualität der Dienste.

Seit Jahren siechen die Videotheken dahin. Die Kunden bleiben weg. Doch die haben ganz und gar nicht das Interesse an Spielfilmen oder Serien verloren. Im Internet erfreuen sich Anbieter wie Netflix oder Amazon Prime großer Beliebtheit. Ihr Angebot: Der Zuschauer überweist monatlich eine Gebühr, dafür kann er auf mehrere tausend Serien und Filme zugreifen. Und das jederzeit, ohne Werbung.

Die großen Online-Videotheken

In Deutschland gibt es vier große Online-Videotheken: Maxdome, ein Angebot der ProSiebenSat.1-Gruppe, Amazon Prime und Netflix, das sich großer Beliebtheit unter Serienfans erfreut. Auch der Bezahlsender Sky ist mit Sky Online in der Riege der Online-Videotheken vertreten. Abonnenten mit einem Jahresvertrag zahlen bei Amazon Prime Instant Video 49 Euro. Das entspricht einer monatlichen Summe von rund vier Euro. Damit hat Amazon Prime Video die günstigste Flatrate. Maxdome verlangt 7,99 Euro im Monat. Bei Netflix sind monatlich 8,99 Euro fällig und bei Sky Online 9,99 Euro. Alle Dienste können auf Konsolen, Computern, Fernsehern oder Smartphones abgespielt werden.

Die Anmeldung läuft immer gleich ab. Der Kunde muss eine Bankverbindung für die monatlichen Gebühren hinterlegen und sich mit seiner E-Mail-Adresse anmelden. Die Streaming-Dienste sind alle monatlich kündbar.

Für Cineasten lohnen sich die Dienste allerdings nur bedingt. Das Filmangebot bei Netflix fällt recht überschaubar aus und ist alles andere als aktuell. Diese Kritik trifft teilweise auch auf Amazon Prime zu. Immerhin können Kunden online gegen eine weitere Gebühr die Filme ausleihen oder über den Versand gleich als DVD bestellen. Eine ähnliche Methode wendet auch Maxdome an. Hier kann der Kunde aktuelle Kino-Produktionen gegen eine Extragebühr sehen. Sky Online bietet durchgängig Filme aus dem vergangenen Jahr an. So finden die Zuschauer dort in der Datenbank "Der Marsianer", "James Bond : Spectre" oder auch "Jurassic World". Insgesamt hinterlässt das reine Spielfilm-Angebot einen faden Beigeschmack: Es ist nur für jene Kino-Gänger geeignet, die die üblichen Sommer-Blockbuster sehen wollen. Und die sind nicht immer durch das monatliche Abo gedeckt.

Wesentlich positiver ist dagegen der Eindruck beim Serien-Angebot. Dabei trumpfen die beiden Platzhirsche Netflix und Amazon Prime auf. Sie verfügen mit über 10 000 Serien-Episoden über das umfangreichste Serien-Angebot. Zudem produzieren sie in Eigenregie Mehrteiler. Die strahlen sie exklusiv aus. Der Aufstieg und Fall des berüchtigten Drogenbarons Pablo Escobar in "Narcos" können Zuschauer nur bei Netflix verfolgen. Freunde von Überlebenskampf und Zombiehorden müssen sich bei Amazon Prime anmelden, um "Fear the Walking Dead" sehen zu können.

Auswahl mit Einschränkungen

Doch nicht immer werden diese Original-Serien exklusiv ausgestrahlt. Der Politthriller "House of Cards" ist eigentlich eine Haus-Produktion von Netflix. Dennoch laufen die neuesten Folgen in Deutschland immer zuerst auf dem Sender Sky Online. Netflix darf seine eigene Original-Serie erst ein halbes Jahr später zeigen.

Das stellt die Zuschauer nicht selten vor die Wahl, ob sie nicht mehrere Abos abschließen sollten. Fans der sehr beliebten Serie "The Walking Dead" können sämtliche Staffeln bei Netflix, Sky Online und Maxdome sehen. Amazon-Prime-Kunden gehen dagegen leer aus. Trotz dieser undurchsichtigen Auswahlmöglichkeiten sind insbesondere Netflix und Amazon Prime für Serien-Liebhaber empfehlenswert. Sky Online und Maxdome erwiesen sich nicht als echte Alternativen.