Deutsche Frauen-Power beim Diamond-League-Finale in Zürich

Leichtathletik : Deutsche Frauen glänzen beim Diamond-League-Finale

Gesa Krause läuft Rekord über 3000 Meter Hindernis.

Gesa Felicitas Krause fieberte nach ihrem Rekordlauf noch beim Rennen ihrer WG-Freundin Konstanze Klosterhalfen mit, dann richtete das Hindernis-Ass bestens gelaunt eine Kampfansage an die geballte Konkurrenz aus Kenia. „Bei den Weltmeisterschaften“, sagte Krause selbstbewusst, „möchte ich vorne mitmischen“.

Wie Klosterhalfen steht Krause derzeit für geballte Frauen-Power auf der Laufbahn. Während die erfolgsverwöhnten deutschen Speerwerfer beim Diamond-League-Finale schwächelten, glänzten die Zimmerkolleginnen von Zürich im legendären Letzigrund-Stadion. Krause verbesserte ihren eigenen deutschen Rekord über 3000 Meter Hindernis auf 9:07,51 Minuten, nur vier Kenianerinnen waren an dem Abend schneller als sie.

„Am Schluss habe ich mir gesagt: Kopf aus und nicht mehr nachdenken“, sagte Krause. Vier Wochen vor Beginn der WM in Doha (27. September bis 6. Oktober) wird die 27-Jährige immer schneller. „Eigentlich habe ich schon länger mit dem Rekord gerechnet“, sagte Krause, die am Sonntag gleich ihren nächsten Härtetest hat: Beim ISTAF in Berlin läuft die Europameisterin die ungewohnten 2000 Meter Hindernis.

Wie Krause schuftete auch Klosterhalfen zuletzt in einem Höhentrainingslager in der Schweiz. Zwar reichte es für die 22-Jährige über 1500 Meter in 3:59,02 Minuten diesmal nicht zum deutschen Rekord, aber nur 5000-Meter-Europameisterin Sifan Hassan aus den Niederlanden (3:57,08) war vor Klosterhalfen im Ziel – Weltrekordlerin Genzebe Dibaba aus Äthiopien eben nicht. „Ich weiß nicht, wie ich das geschafft habe“, sagte die Leverkusenerin.

Überhaupt nicht rund lief es hingegen für die Speerwerfer. Diamond-League-Titelverteidiger Andreas Hofmann (87,49 Meter) verpasste als Dritter den mit 50 000 Dollar dotierten Gesamtsieg, Weltmeister Johannes Vetter (84,46) kam auf Platz fünf, Röhler (82,91) wurde lediglich Siebter vor Bernhard Seifert (75,88). Sieger Magnus Kirt (Estland) und Cheng Chao-Tsun (Taiwan) klauten dem Quartett die Show.