Zehn Verletzte: Löw gehen vor Spiel gegen Argentinien die Spieler aus

Auch Werner und Gündogan fraglich : Löw ruft den Personalnotstand aus

Zehn Spieler fallen für Test gegen Argentinien aus. Rudy und Koch nachnominiert.

Die Ausfallmisere in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft weitet sich vor den anstehenden Länderspielen immer mehr aus. Stürmer Timo Werner von RB Leipzig leidet an einem grippalen Infekt, Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan von Manchester City hat sich eine Muskelverletzung zugezogen. Der Einsatz der beiden im Testspiel an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/RTL) in Dortmund gegen Argentinien und im EM-Qualifikationsspiel vier Tage später in Tallinn gegen Estland ist zumindest fraglich.

Bundestrainer Joachim Löw reagierte am Montagnachmittag mit der Nachnominierung des Hoffenheimers Sebastian Rudy, der im November 2018 sein bisher letztes Länderspiel absolviert hatte, und Neuling Robin Koch. Der 23-Jährige vom SC Freiburg wurde im Sommer mit der U21 Vize-Europameister.

Löw stehen bereits zehn Spieler wegen Verletzungen nicht zur Verfügung. „Das tut uns natürlich weh“, sagte der DFB-Cheftrainer beim Treffen der Mannschaft am Montag in Dortmund. „Es häuft sich. Ich war seit gestern nur am Telefon und habe schlechte Nachrichten bekommen.“ Eine Rückholaktion von Mats Hummels schloss der Bundestrainer allerdings aus: „An ihn habe ich nicht gedacht. Ich habe vor einigen Wochen gesagt, dass wir erst mal unseren Weg mit den jungen Spielern gehen. Es gibt jetzt keine Veranlassung, den Mats zu nominieren“, sagte Löw in Dortmund.

Wegen einer Schulterluxation mit Kapselbandverletzung konnte wie befürchtet auch Matthias Ginter nicht im DFB-Hotel im Dortmunder Süden anreisen. Eine MRT-Untersuchung am Montag bestätigte den Verdacht auf eine schwerere Verletzung. Am Sonntag hatten Real-Madrid-Star Toni Kroos und der Auersmacher Jonas Hector passen müssen. Wegen Verletzungen pausieren derzeit auch Leroy Sané, Antonio Rüdiger, Leon Goretzka, Kevin Trapp, Nico Schulz, Julian Draxler und Thilo Kehrer.

„Ich finde es sehr schade“, sagte Löw. Denn normalerweise sei es schon mit Blick auf die EM-Endrunde 2020 das Ziel gewesen, dass sich die junge Mannschaft richtig einspielen kann. „Jetzt müssen wir immer wieder von vorne beginnen. Das ist natürlich keine gute Voraussetzung. Wir machen das Beste da­raus. Ich möchte auch nicht lamentieren. Es ist manchmal auch eine Chance für andere, junge Spieler. Aber es ist im Moment ungewöhnlich hart für uns.“

Nach der Ausfallserie rücken die erstmals zur A-Nationalmannschaft eingeladenen Neulinge Suat Serdar (Schalke 04) und Nadiem Amiri (Bayer Leverkusen) noch mehr in den Blickpunkt. „Ich war sehr nervös und bin es immer noch“, ver­riet Serdar, der unter Trainer David Wagner in Gelsenkirchen einen Aufschwung erlebt. Nun darf er auf sein Debüt im Löw-Team hoffen.

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