Robin Hack schießt beim 5:1 der deutschen U21 in Wales drei Tore

Neuer Offensivspieler glänzt in Wales : Hack bewirbt sich als Waldschmidts Nachfolger

Neustart in der EM-Qualifikation geglückt: Die deutsche U21 überzeugte beim 5:1 in Wales. Dabei glänzte ein vorher Unbekannter.

 Robin Hack stand im Nieselregen von Wrexham und dachte nach. Während der Stadion-DJ den Rammstein-Hit „Deutschland“ voll aufdrehte, kramte der neue Torjäger der deutschen U21-Nationalmannschaft tief in seinen Erinnerungen nach seinem letzten Hattrick. „Ich glaube, das war in der U19 für Hoffenheim. Oder in der U17? Für Deutschland hab ich jedenfalls noch nie drei Tore gemacht“, sagte der Stürmer des 1. FC Nürnberg nach einem perfekten Abend. Sein Fazit: „Ein wunderschönes Gefühl.“

Drei Treffer in nur zehn Minuten (19./24./29.) gelangen Hack beim 5:1 (4:0) in Wales. Weil zudem der Regen den Korkenzieherlocken auf seinem Kopf zu voller Pracht verhalf, drängte sich der Vergleich mit Luca Waldschmidt förmlich auf. Waldschmidt war bei der EM ebenfalls ein Dreierpack gelungen, mit sieben Treffern wurde er Torschützenkönig, nun ist er jedoch zu alt für die U21. Und könnte in Hack, dessen „Hacktrick“ gleich Medien zu Wortspielen verleitete, einen Nachfolger gefunden haben.

So weit wollte der Saarländer Stefan Kuntz allerdings nicht gehen, ein Sonderlob hatte der DFB-Trainer aus Neunkirchen für „Hacki“ dennoch übrig. „Diese Bergauf-Entwicklung bei Robin war in Nürnberg schon zu erkennen. Jetzt galt es nur noch zu überlegen, wo er für uns am Effektivsten sein könnte. Das hat der Junge richtig klasse gemacht“, sagte Kuntz. Hack sei auf dem Rasen „extrem aktiv, torgefährlich, mit guten Abschlüssen“, sagte Kuntz: „Wir mussten ihm nur das Umfeld bieten, damit er das umsetzen kann.“

Weil Hack genau das tat, gelang der neu formierten U21 ein nicht unbedingt erwarteter Start nach Maß in die EM-Qualifikation. Zuletzt hatte Kuntz immer wieder auf die fehlende Bundesliga-Erfahrung seines Teams hingewiesen und Belgien zum Gruppenfavoriten erklärt. Jene Belgier hatten indes in Wales 0:1 verloren. Platz eins und damit die direkte Qualifikation für die Endrunde 2021 in Slowenien und Ungarn sind nun das klare Ziel.

Gleichzeitig sah Kuntz aber auch Luft nach oben, etwa bei der Passqualität oder dem ersten Ballkontakt. „Aber wie willst du das erwarten, wenn die meisten der Jungs im Moment über nicht so viel Spielpraxis verfügen?“, sagte er. Die nächste Aufgabe, der Test bei Europameister Spanien am 10. Oktober, werde daher „total interessant“.

Das sah auch Hack so, der einst in Hoffenheim gleich bei seinem Bundesliga-Debüt getroffen hatte und künftig auch in Nürnberg glänzen will. Das Hochgefühl nehme er „auf jeden Fall mit“, sagte der 21-Jährige, der froh war, dass sein 2:0 nicht als Eigentor gewertet wurde. Ob der Ball auch ohne gegnerisches Zutun über die Linie gegangen wäre, wusste nicht einmal er selbst: „Ich stand zwar drei Meter vor dem Tor – aber keine Ahnung“, sagte Hack.

So aber ging er mit einem Hattrick in die Statistik ein. Oder besser: mit einem „Hacktrick“. Eine Wortschöpfung, die den Mann des Tages zum Schmunzeln brachte. „Das höre ich zum ersten Mal“, sagte er. Kein Wunder. Sein letzter Hattrick ist ja auch schon ein paar Jahre her.

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