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Dauerkarten in der Bundesliga sind nahezu unerreichbar

Fußball : Dauerkarten sind fast unerreichbar

Neue Fans haben in der Fußball-Bundesliga kaum eine Chance auf ein Saisonticket.

Borussia Dortmund wählte den harten Weg. Gleich 490 Fans erhielten im Sommer die Kündigung ihrer kaum genutzten Dauerkarten, eine durchaus umstrittene Maßnahme. Doch die Westfalen handelten aus guten Gründen. Nicht nur in Dortmund bleiben immer mehr Plätze ungenutzt, obwohl sie offiziell verkauft sind. Wie auch in Köln, Gladbach oder Bremen haben junge Fans kaum noch Chancen auf ein Saisonticket, weil diese teilweise seit Jahren den gleichen Personen gehören.

„Das lange Warten hat ein Ende – jedenfalls für einige der geduldigsten BVB-Fans, die nun endlich für ihre anhaltende Treue belohnt werden“, teilte der BVB mit, als er seine ellenlange Warteliste ein wenig abarbeiten konnte. Wer seine Dauerkarte nicht bei mindestens zehn Heimspielen genutzt hatte, erhielt die Kündigung. Wobei ein Ticket schon dann als „genutzt“ galt, wenn es im extra eingerichteten Zweitmarkt des Vereins angeboten wurde.

Der Großteil der 55 000 Dauerkarten, die den BVB auch 2019/2020 vor Schalke 04 (43 935) und Bayern München (38 000) zur Nummer eins der Liga machen, blieb und bleibt aber in den gleichen Händen wie seit Jahren. Anderen Vereinen geht es nicht anders. Bei Werder Bremen machten im Sommer 99,9 Prozent der Fans von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch, nur 25 Karten wechselten den Besitzer. Borussia Mönchengladbach konnte einzig 281 Fans auf der Warteliste beglücken und stoppte wie gewohnt den Verkauf bei 30 000.

Weil nicht wenige der angestammten Fans ihre Karte nur bei Topspielen nutzen, sind auch bei eigentlich „ausverkauften“ Begegnungen in vielen Stadien immer mehr leere Sitzschalen zu sehen. Fast noch schlimmer aber: Neue und gerade junge Fans haben kaum noch eine Chance auf eine Dauerkarte. Der Bundesliga geht so eine ganz Fan-Generation verloren.

Auch beim 1. FC Köln kündigten nach dem Aufstieg nur 25 Mitglieder ihre Dauerkarten, auf der Warteliste stehen 13 501 Interessenten. Kein Wunder, dass der FC sein Stadion auf 70 000 Plätze ausbauen will. Neuling Union Berlin verkaufte gleich nur an Mitglieder und stieß auch dort an seine Grenzen: Die seit dem Aufstieg 3000 neuen Mitglieder gingen alle leer aus.

Vereine wie Rekordmeister München sind daher bemüht, möglichst viele Tagestickets anzubieten. Die Bayern deckelten den Dauerkarten-Verkauf wie immer bei 38 000, Rückgaben gibt es kaum, oft werden die Abos an Verwandte überschrieben. Neue Interessenten seien „chancenlos“, teilt der Club auf seiner Homepage mit.

Einen ungewöhnlichen Weg ging daher der SC Paderborn. Der Aufsteiger verkaufte seine Dauerkarten nach der Rückkehr ins Oberhaus einzig an die 7500 Inhaber der vergangenen Saison, am Ende griffen 6929 Fans zu. Dabei wäre eine deutlich höhere Zahl möglich gewesen, in der bislang einzigen Erstliga-Saison 2014/2015 hatte der Verein noch 11 500 Dauerkarten verkauft. Diesmal gingen die Ostwestfalen einen defensiveren Weg. Der Club wolle „Nachwuchs-Zuschauern“ einen Spielbesuch ermöglichen, hieß es.

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