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Volleyball
Der Nachwuchs hat noch Nachholbedarf

Vergeblich gestreckt: Saar-Auswahlspieler Lars Augustin (rechts) hechtet im Spiel gegen das Team aus Bliesen spektakulär dem Ball hinterher. Am Ende aber siegte Bliesen glatt in zwei Sätzen mit 25:14 und 25:20.
Vergeblich gestreckt: Saar-Auswahlspieler Lars Augustin (rechts) hechtet im Spiel gegen das Team aus Bliesen spektakulär dem Ball hinterher. Am Ende aber siegte Bliesen glatt in zwei Sätzen mit 25:14 und 25:20. FOTO: Bonenberger/ / B&K
St. Wendel. Beim Wolfgang-Roser-Turnier für Auswahlmannschaften belegte das Saarland mit seinen Teams am Wochenende die hinteren Plätze. Dem Team des TV Bliesen gelang immerhin ein Prestige-Erfolg. Von Frank Faber

Im Vergleich mit anderen Landesverbänden besteht in der Nachwuchsförderung beim Saarländischen Volleyball-Verband (SVV) offenbar noch Nachholbedarf. Am Wochenende landeten die weibliche U 15-Saarauswahl, die männliche U 16 und das Stützpunktteam des TV Bliesen beim Wolfgang-Roser-Turnier im St. Wendeler Sportzentrum nur auf den letzten Plätzen. Neben den Saarteams gingen die Landesauswahlteams aus den Verbänden Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordbaden, Südbaden und Württemberg ans Netz.


Die von André Koch betreute männliche U16 besiegte Hessen im dritten Satz mit 15:11 und gewann damit ihr einziges Spiel. „Es war auch unser bestes Spiel“, freute sich der Wiesbacher Zuspieler Tim Finkler über den Erfolg. Maximilian Klein vom TV Bliesen konnte gegen die hessische Auswahl keinen großen Leistungsunterschied erkennen. „Alle anderen Mannschaften sind uns schon von der Größe überlegen“, meinte er. Seine Beobachtung traf besonders auf die Mannschaften aus Württemberg zu, deren Spieler aussahen, als wären sie der Körperlänge nach bei einer Castingshow zusammengestellt worden.

„Wir fördern alle Jungs, die gewillt sind, sich dem Vergleich mit anderen zu stellen“, erklärte Landestrainer Koch. Im saarinternen Duell gegen das Team des zukünftigen Leistungszentrums Bliesen, das immer noch auf seine offizielle Ernennung wartet, wurde die Saar-Auswahl aber glatt in zwei Sätzen mit 14:25 und 20:25 besiegt. „Das ist eine Prestigegeschichte, die hat ihren Reiz darin, dass sich die Jungs kennen und dann im gemeinsamen Training auch mal einen Spruch darüber drücken können“, sagte der Bliesener Stützpunktteam-Trainer Gerd Rauch. In der Endabrechnung belegte seine Mannschaft vor der Saarauswahl den sechsten und vorletzten Platz.

Groß war zunächst auch der Jubel bei der weiblichen U15, die ihr Match gegen Rheinland-Pfalz gewann. Das abschließende Platzierungsspiel gegen den Nachbarn verloren die Mädels von Patrick Fielker dann aber durch ein 11:15 in dritten Satz. Damit mussten sie sich mit dem letzten Platz begnügen. „Am Ende wirkten die Spielerinnen etwas müde und konnten die Konzentration leider über drei Sätze nicht aufrechterhalten“, fasste Landestrainer Fielker die beiden Turniertage zusammen. Zusammen mit Rheinland-Pfalz habe man das körperlich mit Abstand kleinste Team im Teilnehmerfeld gestellt.

Wie bei den Jungs feierte auch der weibliche Nachwuchs aus Württemberg den Turniersieg. Kein Wunder, meinte Fielker. „Deren Verband hat ganz andere Strukturen. Schon im Nachwuchsbereich arbeiten hauptamtliche Trainer. Dadurch bestehen bei der Sichtung und bei Förderung von Talenten ganz andere Möglichkeiten.“ Für Gerd Rauch war die Turnierplatzierung ohnehin zweitrangig. Umso wichtiger war ihm, dass seine Jungs Spielpraxis auf höherem Niveau sammeln konnten.