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Musical
Ein Musical-Cocktail mit Lust auf mehr

Farbenfroh ging es beim „Glöckner von Notre Dame“ zum Abschluss der zweistündigen Show zu.
Farbenfroh ging es beim „Glöckner von Notre Dame“ zum Abschluss der zweistündigen Show zu. FOTO: B&K / Bonenberger/
Primstal. Musical-Project und Musikverein Braunshausen spielten an zwei Abenden vor ausverkauftem Haus.

Experiment geglückt. Zum ersten Mal trat am Wochenende das Musical-Projekt unter Leitung von David Steines zusammen mit dem großen Orchester des Musikvereins Braunshausen auf. Dessen Dirigent Stefan Barth zeigte sich nach zwei ausverkauften Konzerten am Samstag und am Sonntag in der Primstaler Mehrzweckhalle begeistert: „Es hat uns allen richtig viel Spaß gemacht.“ Und auch Steines  würde gerne die Zusammenarbeit fortsetzen: „Wir sind sind so motiviert, gerne würden wir noch weitere Konzerte spielen.“ Dass das passiert, sei nicht ausgeschlossen. Konkrete Termine stehen aber noch nicht fest.


Sieben Musicals präsentierten die rund 80 Akteure vor und auf der Bühne  in Blöcken. So, dass die Zuschauer nicht nur einzelne Lieder zu hören bekamen, sondern auch die Geschichte des Stücks nachvollziehen konnten. Wie es sich für eine Gala gehört, hatten sich die Musiker das Beste bis zum Schluss aufgehoben. Das Disney-Musical „Der Glöckner von Notre Dame“, das aktuell in Stuttgart zu sehen ist, machten sie zu einem farbenfrohen Spektakel. David Steines mimte überzeugend den Glöckner, Philipp Groetzner sorgte als dessen Ziehvater und Domprobst für so manchen Gänsehaut-Moment. Und für die temperamentvollen Töne war Lena Krewer als Esmeralda zuständig, die „Hilf den Verstoßenen“ sehr ausdruchsstark interpretierte. Und es auch schaffte, gegen den gewaltigen Klangkörper von 60 Musikern anzukommen. Das sei zunächst gar nicht so einfach gewesen, gesteht Steines. Aber mit der intensiven Probenarbeit von mehreren Monaten habe es immer besser geklappt.

Disney zum Schluss, Disney am Anfang. Mit dem „König der Löwen“ ging es gesanglich los, nachdem das Orchester bereits sehr kraftvoll die Ouvertüre aus „Cats“ präsentiert hatte. Auch hier war Gänsehaut angesagt, als Selina Dohr und wieder Philipp Groetzner dem Lied „Kann es wirklich Liebe sein“  viel Gefühl verliehen. Dabei gab es auch eine Premiere, eine „komplette Verschmelzung von Musical-Project und Orchester“, wie es Moderator Jan-Eike Fuchs ausdrückte: Pianistin Anne Leidinger übernahm einen Gesngspart: eindrucksvoll und selbstsicher präsentierte sie „Send in the clowns“ aus „A little night music“, bevor sie sich wieder im Orchester vor der Bühne einreihte.



Beeindruckend wurde es auch immer dann, wenn alle  oder fast alle der 13 Akteure des Musical-Project auf der Bühne standen. So unter anderem bei „Hier in Wien“ aus dem Musical „Mozart“ oder bei „Lied des Volkes“ aus „Les Miserablés“. Der „Superstar“-Chor  aus Andrew Lloyd Webbers Frühwerk „Jesus Christ Superstar“ animierte das Publikum gar zum Mitgklatschen und -singen. Die Rolle des Jesus scheint Dennis Klein auf den Leib geschrieben. Allein schon mit seinen langen Haaren, aber auch mit seiner besonderen Stimme überzeugte er. So sehr, dass die Truppe  dieses Musical auch für die Zugabe ausgewählt hatte. Die allen Beteiligten sichtlich Spaß machte. Und Steines bringt es so auf den Punkt: „Dieses Projekt war eine Bericherung für alle Beteiligten.  Alle haben voneinander profitieren können. Es war eine sensationelle Erfahrung.“

Mit „König der Löwen“ ging es los, vor der Bühne spielte das Orchester, auf der Bühne sangen Akteure des Musical Projects.
Mit „König der Löwen“ ging es los, vor der Bühne spielte das Orchester, auf der Bühne sangen Akteure des Musical Projects. FOTO: Melanie Mai