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Gemeinderat
In Sachen Brandschutz gut vorbereitet

Das Foto zeigt eine Übung am deutschlandweit einzigartigen Ausbildungszug der Deutschen Bahn, der im Jahr 2016 in der Gemeinde Nohfelden Station machte.
Das Foto zeigt eine Übung am deutschlandweit einzigartigen Ausbildungszug der Deutschen Bahn, der im Jahr 2016 in der Gemeinde Nohfelden Station machte. FOTO: Daniel Gisch
Nohfelden. Nach einem Gutachten des Branddirektors Roland Demke hat die Gemeinde Nohfelden „ihre Hausaufgaben gemacht“. Von Melanie Mai

Durchweg positiv fiel  der Bericht des Gutachters Roland Demke in Sachen Brandschutz in der Gemeinde Nohfelden aus. Der Leitende Branddirektor aus Würzburg stellte dem Gemeinderat am Donnerstagabend den Brandschutzbedarfsplan vor. Und sagte: „Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht.“ Gegenüber der bis dahin letzten Fortschreibung des Plans vor fünf Jahren   hat sich in der Gemeinde  einiges getan. Die größten baulichen Veränderungen waren das neue  Hotel am Bostalsee mit  100 Zimmern, Gastronomie- und Wellnessbereich in Gonnesweiler und die Umwandlung des Bahnhofs in Türkismühle in einem ÖPNV-Verknüpfungspunkt. Zudem sind seit der Eröffnung des Ferienparks die jährlichen Übernachtungszahlen auf rund 700 000 gestiegen – sie haben sich somit versechsfacht.


Mit dem zunehmenden Fremdenverkehrsaufkommen habe sich auch das Gefährdungspotenzial verändert, das Einsatzaufkommen der Feuerwehr ist gestiegen. Während die Helfer vor zehn Jahren jährlich noch rund 60 Mal alarmiert wurden, müssen sie heute durchschnittlich etwa 70 Mal pro Jahr ausrücken. 54 Prozent der Alarmierungen entfallen dabei auf den Bereich der Technischen Hilfe, 31 Prozent sind Brände und 15 Prozent  Fehlalarme.

Der Gutachter bescheinigt der Feuerwehr einen guten Ausbildungsstand seiner Einsatzkräfte. Allerdings werde es insbesondere tagsüber zunehmend schwieriger, innerhalb der Hilfsfristen ausreichend Personal zum Unglücksort zu bringen, sodass häufig mehrere Löschbezirke gleichzeitig alarmiert werden müssen. Personell sind die zwölf Löschbezirke trotz eines leichten Rückgangs zwar gut aufgestellt, jedoch arbeiten nur wenige Feuerwehrangehörige in ihrem Heimatort. Schichtarbeiter, Frauen und Angehörige anderer Feuerwehren, die innerhalb der Gemeinde arbeiten, sollten  gezielt angesprochen werden, ob sie nicht Lust haben, bei der Feuerwehr mitzumachen. Demke nennt dabei auch Anreize für Feuerwehrleute, etwa Nachlässe für die Betreuung im Kindergarten oder reduzierte Eintrittspreise im Schwimmbad. „Es geht hier nicht um Bezahlung, sondern um Anerkennung“, sagt Demke.

Unter anderem wurden zur Steigerung der Leistungsfähigkeit in den vergangenen Jahren bereits überörtliche Fachgruppen gebildet sowie die zwölf Beschäftigten der Gemeinde, die auch aktive Feuerwehrmitglieder sind und ein eigenes Fahrzeug zur Verfügung haben, überörtlich eingebunden. Eine weitere feste Säule bildet die Jugendarbeit. Die Jugendfeuerwehr ist, mit Ausnahme von Mosberg-Richweiler, derzeit sehr gut aufgestellt. Auch die Bambini-Feuerwehr, die als Schul-AG an den Grundschulen angeboten wird, findet großen Zuspruch.

Die Fahrzeug- und Geräteausstattung entspricht dem Bedarf und befindet sich in einem guten Zustand. „Der Fuhrpark ist modern und gut durchstrukturiert“, so Demke. In den nächsten Jahren bestehe kein größerer Handlungsbedarf. Lediglich die Drehleiter wird vermutlich 2022 fällig. Dann ist diese 25 Jahre alt. Kostenpunkt: 600 000 Euro.



Bei den Gebäuden sieht es nicht so erfreulich aus. Zwar wurden in jüngster Vergangenheit die Feuerwehrgerätehäuser in Eiweiler und Mosberg-Richweiler erweitert, in Eisen und Wolfersweiler wurden sie  saniert. Dennoch gibt es  Baustellen. Die Gebäude befinden sich in einem gepflegten und dem Alter entsprechenden baulichen Zustand. In Nohfelden, Selbach und Gonnesweiler strebt der Gutachter jedoch mittel- bis langfristig bauliche Veränderungen an, um auch zukünftig den gestiegenen Anforderungen gerecht werden zu können.  Dabei regt Demke nicht nur Sanierungen an. In so manchem Fall sei über einen Neubau nachzudenken, zumal  das Innenministerium den Bau von Feuerwehrhäusern mit bis zu 70 Prozent fördere. Wenn dann, wie in Selbach, die Sanierung um die 200 000 Euro kosten würde, dann sei der preisliche Unterschied zu einem Neubau gar nicht mehr so groß. Den veranschlagt Demke mit 1,5 Milllionen.

Stolz zeigten sich die Ratsmitglieder aller Fraktionen auf die Feuerwehr in der Gemeinde. „Die gute Personalsituation sagt etwas über die Qualität der Feuerwehr aus“, sagt Michael Dietz von der CDU. Was die Gerätehäuser angeht, so regte Eckhard Heylmann von der SPD ein Konzept an, das Verwaltung, Gemeinderat und Feuerwehr gemeinsam erarbeiten sollten. Das befürwortet auch  Thomas Fries von der UBNN: „Wir müssen ein Konzept in die Wege leiten, damit wir Nägel mit Köpfen machen können.“