1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Bous

Pflegebad: Heilige Barbara wacht nun über das Pflegebad

Pflegebad : Heilige Barbara wacht nun über das Pflegebad

St. Barbara Hospiz in Bous verspricht Menschen in der letzten Zeit ihres Lebens Unterstützung und Beistand.

Bunte Bilder verstärken die lebensbejahende Atmosphäre im Bouser St. Barbara Hospiz. Denn das Motto dort ist „Leben bis zuletzt“, stellte Hospizleiterin Judith Köhler am Samstag beim Tag der offenen Tür dar. Diese Einrichtung der Caritas gibt es seit zweieinhalb Jahren unterhalb des Bouser Klosters Heiligenborn. Dort bekommen Menschen Unterstützung und Beistand in den letzten Wochen oder Tagen ihres Lebens.

Ausgebildete Pflegekräfte kümmern sich um sie und Ärzte, aber auch Seelsorger und 15 ehrenamtliche Helfer. Hobbyköche bereiten dienstags ein dreigängiges Menü mit saarländischen Gerichten zu. Es wird vorgelesen und musiziert. Für jene, die noch fit genug sind, findet sogar eine kleine Kräuterwanderung nahe am Hospiz statt. „Der Bedarf ist da“, sagte Köhler zur Hilfe für schwerstkranke und sterbende Menschen. „Wir haben immer wieder Phasen, wo wir Wartelisten haben.“ Die meisten der Hospizgäste hätten eine „Odyssee an Untersuchungen und Behandlungen hinter sich“, bevor sie in Bous zur Ruhe kämen.

So angenehm wie möglich soll der Lebensabend sein. Dazu passte jedoch nicht mehr das Pflegebad. Wer dort in einer mit allen Raffinessen ausgestatteten Wanne lag, zum Teil umgeben von ätherischen Ölen, der blickte auf klinisch weiße Wände und eine ebensolche Decke. Jetzt ist dort ein farbenfrohes Bild der Heiligen Barbara. Bunte Motive ziehen sich über Wände und Decke. Von der Wanne aus geht der Blick auf beruhigende blaue Strukturen, die zur Eingangstür hin zu anregenden Rottönen übergehen.

Ein guter Bekannter von ihr, berichtete Köhler, habe sie auf den Saarlouiser Künstler Mike Mathes hingewiesen. Der sprang sofort auf die Idee an, im Pflegebad eine lebensfrohe Atmosphäre zu schaffen. Dies erfolgte ab 22. Mai in drei Etappen. Das Ergebnis stellte er am Samstagnachmittag Besuchern des Hospizes vor. Die Heilige Barbara „hat viel durchgemacht“, sagte Mathes. Sie sei nicht nur die Schutzheilige der Bergleute und Matrosen, sondern auch der Sterbenden. „Ich habe keine Skizze gemacht, sondern es sich hier entwickeln lassen.“ Zusätzlich hat er gegen eine Spende für das Hospiz elf Personen auf einem Bild porträtiert. Das Werk mit den lebensnahen Gesichtern hängt nun im Raum der Stille. Für das Mitmachen an Mathes‘ Friedensaktion „1000 Augen“ überreichte er ein gemaltes Auge auf den Umrissen des Saarlandes.