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"Wölfe" liefern einen Final-Krimi

Merzig. Ein lockeres Auslaufen war das gerade nicht, was die Handballfreunde Untere Saar ihren Fans im letzten Heimspiel gegen die VTZ Saarpfalz auf dem Spielfeld präsentierten. Obwohl der Klassenverbleib in der Regionalliga Südwest schon seit längerem feststand, knieten sich die Gastgeber beim 36:35 (16:15)-Derby-Sieg noch einmal richtig rein Von SZ-Mitarbeiter Roland Schmidt

Merzig. Ein lockeres Auslaufen war das gerade nicht, was die Handballfreunde Untere Saar ihren Fans im letzten Heimspiel gegen die VTZ Saarpfalz auf dem Spielfeld präsentierten. Obwohl der Klassenverbleib in der Regionalliga Südwest schon seit längerem feststand, knieten sich die Gastgeber beim 36:35 (16:15)-Derby-Sieg noch einmal richtig rein. "Das war ein schöner Saisonabschluss, ein rasantes Spiel, und eine gelungene Revanche für die knappe Hinspiel-Niederlage - perfekt", schwärmte Berthold Kreuser und schnaubte nach dem Schlusspfiff tief durch. Gerade mal zwei Minuten ist es her, da lief dem HF-Trainer noch ein eiskalter Schauer den Rücken runter. Nach einer 35:32-Führung schien seine Mannschaft das Kopf-an-Kopf-Duell gegen den Pfalz-Rivalen bereits für sich entschieden zu haben. Unglückliche Lattentreffer und eine Zeitstrafe gegen Jens Ehrich machten das Match wieder spannend. Die VTZ holte auf und erzielte durch ihren Kapitän Manuel Schmidt dreißig Sekunden vor dem Abpfiff noch einmal den 36:35-Anschlusstreffer. Danach überschlugen sich die Ereignisse: Zunächst kam Peter Laux vor dem Gäste-Tor frei zum Wurf und zog ab. Die Zuschauer jubelten, doch der Ball passierte die Torlinie nicht. So zumindest urteilten die Schiedsrichter und gaben den Treffer nicht. Etwas verwirrt über diese Entscheidung traten die Gastgeber den Rückzug verspätet an. Dies nutzte Zweibrückens Thorsten Bas zu einem Tempo-Gegenstoß. Doch völlig frei vor dem Tor hämmerte der VT-Rechtsaußen den Ball am Pfosten vorbei. So endete die Partie mit dem exakt gleichen Ergebnis wie das Hinspiel. Nur behielten diesmal die Saarländer die Oberhand. Für drei Spieler war es der letzte Auftritt im Trikot der Handballfreunde. Linksaußen Sebastian Bochem wird seine Karriere beenden. Torwart Philipp Bartel schließt sich dem RPS-Oberligisten SV Zweibrücken an. Kreisläufer Dennis Koppenburg wechselt zum Zweitliga-Aufsteiger HG Saarlouis, wo er früher schon sechs Jahre spielte. "Ich kann das noch nicht realisieren. Der Abschied fällt mir aber schwer", seufzte "Koppi". Andreas Dörr freute sich dagegen, nach überstandenem Bandscheiben-Vorfall wieder im Angriff mitmischen zu dürfen. "Wir wollten uns zum Abschluss bei unseren tollen Fans mit einem Sieg bedanken. Das ist uns gelungen", strahlte der lange verletzte Torjäger. Applaus für die Wölfe gab es später auch von Torben Rixecker. Der Neuzugang im Rückraum saß unter den Zuschauern und fieberte in dieser unerwartet temporeichen Partie bis zuletzt mit. Ähnlich wie sein künftiger Trainer Berthold Kreuser. "Man konnte gar nicht richtig über ein Tor jubeln, schon lag der Ball wieder im eigenen Netz", kommentierte der Teamchef die ständig wechselnden Führungen. "Bemerkenswert, dass sich beide Teams noch derart motivieren konnten", lobte er die Leistung der Hauptdarsteller dieses ungemein spannenden Saison-Final-Krimis.