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Der Mann aus dem anderen Wiesbach

Der Mann aus dem anderen Wiesbach

Fußball-Oberligist FC Wiesbach empfängt an diesem Samstag um 19.30 Uhr Röchling Völklingen zum Saarderby. Hertha-Neuzugang Patrick Seidel weiß, dass es auf den Kampf ankommen wird. Er ist gebürtiger Wiesbacher – aber anders, als zu vermuten wäre.

Dass Patrick Seidel, Neuzugang des Fußball-Oberligisten FC Hertha Wiesbach , vor der laufenden Saison nie die Fußballschuhe für den FC Hertha geschnürt hat, mag auf den ersten Blick verwundern. Schließlich lebt der 21-Jährige bereits seit seiner frühen Kindheit in Wiesbach . Seidel wohnt aber nicht im gleichlautenden Ortsteil der Gemeinde Eppelborn, sondern im "anderen Wiesbach " - in der Südwestpfalz, nahe der Grenze zum Saarland.

Zu jedem Training und jedem Heimspiel pendelt er nun die 50 Kilometer zwischen den beiden namensgleichen Orten. So auch an diesem Samstag, wenn Wiesbach um 19.30 Uhr im heimischen Prowinstadion auf den SV Röchling Völklingen trifft.

Dass Seidel überhaupt im saarländischen Wiesbach landete, ist dem Umstand geschuldet, dass er beim Regionalliga-Aufsteiger FK Pirmasens in der vergangenen Spielzeit nur in zwölf Partien zum Einsatz kam. Für Seidel nicht genug. "Nach dem Aufstieg hätte sich meine Einsatzzeit vermutlich nicht erhöht. Ich bin 21 und habe noch genug Feuer in mir, dass ich mich nicht freiwillig auf die Bank setze", erklärt der Außenverteidiger, der trotz seines jungen Alters bereits in seine fünfte Oberligasaison geht.

Nachdem er für den 1. FC Kaiserslautern in der Junioren-Bundesliga am Ball war, heuerte Seidel 2010 beim SVN Zweibrücken an. Ein Jahr später wechselte der Auszubildende (Marketingkommunikation) ins Saarland zur SV Elversberg II, bevor es ihn 2012 zum FK Pirmasens zog.

Mit dem Saisonstart der Hertha, die in den ersten drei Spielen sieben Zähler sammelte, ist Seidel zufrieden. "Wir haben in jedem Spiel einen Rückstand in eine Führung verwandelt. Das zeigt die Moral und die Fitness der Mannschaft. Jeder Schweißtropfen, den wir in der Vorbereitung vergossen haben, kommt uns jetzt in der Schlussviertelstunde zugute", schwärmt der Neuzugang, der in der Außenverteidigung links wie rechts spielen kann.

Luft nach oben sieht der gebürtige Zweibrücker noch im Abwehrbereich: "Als Defensivspieler fände ich es natürlich schön, wenn wir öfter die Null halten könnten. Unser Abwehrverhalten ist aber schon besser als zum Saisonstart." Im Hinblick auf die Partie gegen Völklingen prophezeit Seidel: "Ich glaube nicht, dass die Mannschaft gewinnen wird, die den schöneren Fußball spielt. Kampf und Wille werden entscheidend sein." Die Gesetze eines Saar-Derbys hat Seidel also bereits verinnerlicht - auch wenn er ja eigentlich aus dem "anderen Wiesbach " stammt.