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Rentrischer Weg
Wird Rentrisch um eine Straße größer?

Der Ortsrat Rentrisch und viele Anwohner des Rentrischer Weges würden es begrüßen, wenn diese Straße zu Rentrisch und nicht zu St. Ingbert-Mitte gehören würde.
Der Ortsrat Rentrisch und viele Anwohner des Rentrischer Weges würden es begrüßen, wenn diese Straße zu Rentrisch und nicht zu St. Ingbert-Mitte gehören würde. FOTO: Cornelia Jung
Rentrisch. Noch gehört der Rentrischer Weg zu St. Ingbert-Mitte. Das soll sich ändern. Ein Stadtratsbeschluss soll her.

Es gibt Dinge, die bleiben bestehen, weil man es eben schon immer so gemacht hat. Manche Gesetze und Regeln stammen noch aus grauen Vorzeiten und sind historisch bedingt, wenn auch nicht immer zeitgemäß. Ein solches Überbleibsel aus der Zeit, als St. Ingbert noch bayrisch war, ist die Tatsache, dass der Rentrischer Weg eben nicht zu Rentrisch, sondern zu St. Ingbert-Mitte gehört.



Denn mitten durch den Ort verlief früher die Grenze Bayern-Preußen, was schon damals zu teils absurden Situationen führte, da die Grenzziehung mitten durch Häuser und Haushalte verlief. Je nachdem wo Schlafraum und Küche positioniert waren, wurde entschieden, in welchem Ort der Sprößling eingeschult wurde.

Nun spielen heute die Schulgrenzen mit der Schließung der Rentrischer Schule keine Rolle mehr, aber die Grenze existiert noch in manchen Köpfen und auch im täglichen Leben. So gehört Rentrischs Kirche zum Bistum Trier, im Rentrischer Weg trägt ein anderer Briefträger die Post aus und auch zur Wahl gehen die Anwohner des Rentrischer Weges nicht wie alle anderen Rentrischer in die ehemalige Schule sondern nach St. Ingbert.

Sagt man heute noch zu jemanden aus dem Rentrischer Weg, er sei ein Rentrischer, wird man einen strafenden Blick ernten. Zumindest von den Alteingesessenen. Doch diese werden immer weniger, neue Bürger ziehen hinzu. Diese orientieren sich in ihrer Freizeit und in ihren Aktivitäten in den Vereinen größtenteils in das räumlich näher gelegene Rentrisch als nach St. Ingbert. Dabei kann in der Gegenwart die große Mauer des Drahtziehwerkes entlang der Saarbrücker Straße als trennendes Element zwischen Rentrisch und St. Ingbert gesehen werden. Nachdem vor 16 Jahren, vom Ortsrat angeregt, im Rentrischer Weg eine Befragung hinsichtlich der Änderung der Gemeindebezirke erbrachte, dass zwei Drittel der Bewohner für den Verbleib in St. Ing-
bert votierten, will man nun noch einmal einen Vorstoß wagen.

Der Ortsrat wünscht auf Initiative der Bewohner des Rentrischer Weges hin, dass der Stadtrat entsprechend der geltenden Paragrafen des Kommunalselbstverwaltungsgesetzes einen Beschluss über einen entsprechenden Antrag fasst. In diesem heißt es: „Die Straßen Rentrischer Weg und Saarbrücker Straße (von Rentrisch kommend bis Hausnummer 94) sollen nach Maßgabe des § 70 Abs. 2 S.1 KSVG aus dem Gemeindebezirk St. Ingbert-Mitte ausgegliedert und in den Gemeindebezirk St. Ingbert-Rentrisch eingegliedert werden.“

Schörkl wies auch darauf hin, dass bestehende Gemeindebezirke nur bis zum Ende der Amtszeit des Stadtrates, spätestens ein Jahr vor deren Auslaufen, aufgehoben oder geändert werden dürfen. Der Beschluss bedürfe außerdem der Mehrheit von zwei Dritteln der gesetzlichen Zahl der Mitglieder des Stadtrates. Die Verwaltung verwies auf den abschlägigen Bescheid der Bürger im Jahr 2001, signalisierte aber ihre Bereitschaft, eine erneute Bürgerbefragung im entsprechenden Bereich durchzuführen, wenn der Ortsrat einen entsprechenden Beschluss fasst, was dieser in seiner jüngsten Sitzung auch tat.

Der Ortsrat Rentrisch und viele Anwohner des Rentrischer Weges würden es begrüßen, wenn diese Straße zu Rentrisch und nicht zu St. Ingbert-Mitte gehören würde. Foto: Cornelia Jung
Der Ortsrat Rentrisch und viele Anwohner des Rentrischer Weges würden es begrüßen, wenn diese Straße zu Rentrisch und nicht zu St. Ingbert-Mitte gehören würde. Foto: Cornelia Jung FOTO: Cornelia Jung