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Schmieden-Ausstellung
Ein Leben in St. Ingbert voller kräftiger Farben

Maler Peter Schmieden zeigt derzeit in der Kleinen Galerie, wie er sich als Künstler das pralle „Leben in St. Ingbert“ vorstellt.
Maler Peter Schmieden zeigt derzeit in der Kleinen Galerie, wie er sich als Künstler das pralle „Leben in St. Ingbert“ vorstellt. FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. Maler Peter Schmieden zeigt 24 seiner Werke in der Kleinen Galerie.

Peter Schmieden hat es gern, wenn St. Ingberts Straßen, Plätze und Parks belebt sind. Doch außer an Eventsamstagen, zu Veranstaltungen und Festen ist dies nicht so häufig der Fall. Trotzdem strotzen die meisten seiner 24 Bilder, die bis Ende April in der „Kleinen Galerie“ im ehemaligen Raucherstübchen des „Hotel zur Post“ zu sehen sind, nur so vor Leben. Ein Radrennen unmittelbar vor dem Bahnhof, viele gut gelaunte Menschen auf der Mauer in Sichtweite der Engelbertskirche, reges Treiben in der Fußgängerzone, ein „Wimmelbild“ im Graffiti-Style mit dem Schriftzug des Städtenamens und vielen markanten Gebäuden wurden von dem Rohrbacher Maler zu Leinwand und Papier gebracht. Dank des Malers Fantasie sind Ansichten dabei, wie es sie so gar nicht gibt.


Da stehen Josefskirche und Martin-Luther-Kirche „einträchtig“ ökumenisch beisammen, die zwei Figuren von der Skulptur mit dem an der Mauer empor kletternden Kind an der Alten Kirche mussten auseinanderrücken, damit ein paar junge Leute zwischen ihnen Platz haben. Fast alle Bilder sind dem nahenden Frühling entsprechend bunt in Acryl, Ölkreide oder Aquarell entstanden. Lediglich die Ansicht einer Häuserfront in der Fußgängerzone in der Kaiserstraße wurde mit Bleistift gezeichnet. „Das ist die Grundlage aller meiner Arbeiten“, sagt Schmieden und erklärt im gleichen Atemzug die Technik.

Auf speziell strukturiertem Papier werden zuerst mit einem weichen Bleistift die Konturen vorgezeichnet, bevor sie mit Farben ausgefüllt und zum Leben erweckt werden. Ist die Koloration abgeschlossen, werden die Striche mit einem speziellen Radiergummi entfernt. Seine Gemälde, die von 2004 bis 2017 entstanden sind, stellt Schmieden unter dem Titel „Leben in St. Ingbert“ aus. „Ich habe das Thema schon lange im Kopf. Es gibt ja Vieles über St. Ingbert zu berichten, aber nicht immer ist es das, was sich ein Künstler so vorstellt. Ich will mit den in der Ausstellung gezeigten Bildern Leben in die Fußgängerzone bringen, diese künstlerische Freiheit nehme ich mir“, sagt der Künstler. Zum Leben in St. Ingbert gehört aber auch „Ein rabenschwarzer Tag“ im Juli 2007, als die Josefskirche ausbrannte. Ein gleichnamiges Bild Schmiedens erinnert an dieses Ereignis, das eine Welle der Hilfsbereitschaft auslöste und sich die St. Ingberter gemeinsam für den Wiederaufbau der Kirche einsetzten. Wer einen Blick auf Schmiedens künstlerische Sichtweise von seiner lebens- und liebenswerten Heimatstadt werfen will, kann dies während der Öffnungszeiten des Lokals montags bis samstags von 9 bis 14 Uhr tun.