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Braun statt grün im Gesundheitspark

Die Bäume im Gesundheitspark in St. Ingbert rings um die Wohnanlage der Lebenshilfe (links) und die „Aktive Chiropraxis“ mussten wegen Bruchgefahr gefällt werden. Foto: Cornelia Jung
Die Bäume im Gesundheitspark in St. Ingbert rings um die Wohnanlage der Lebenshilfe (links) und die „Aktive Chiropraxis“ mussten wegen Bruchgefahr gefällt werden. Foto: Cornelia Jung FOTO: Cornelia Jung
St Ingbert. Im Gesundheitspark am Alten Kreiskrankenhaus in St. Ingbert wurden Bäume gefällt und Büsche entfernt. Spekulationen, die Arbeiten hätten Neubauten vorbereitet, weist die Standortentwicklungsgesellschaft des Kreises aber zurück. Cornelia Jung

. Vor vier Jahren zog Matthew Barton mit seiner Familie und der "Aktiven Chiropraktik " in die Klaus-Tussing-Straße auf das Gelände des St. Ingberter Gesundheitsparks. Für ihn und seine Familie waren die Idee und das Konzept, das die Standortentwicklungsgesellschaft (SEG) mit ihrer Planung verfolgt, sehr attraktiv. Die Nähe zum Kreiskrankenhaus, zur Lebenshilfe und damit die Nähe zum Patienten, gepaart mit guter Erreichbarkeit, am Stadtrand und doch mittendrin, überzeugte die Bartons. Und dass der Wald nicht weit und das Gelände hinter dem modernen Gebäude mit alten Bäumen bestanden war, gefiel der jungen Familie.

Doch den "Grünen Gesundheitspark", wie ihn unsere Zeitung im Oktober 2014 nannte, gibt es so nicht mehr. Denn die großen Bäume zwischen dem Haus der Bartons und dem Alten Krankenhaus sind weg, das Gelände gleicht nach einer Fällaktion einem frisch gepflügten Acker. Weit und breit dominiert die Farbe Braun. Wohin man schaut, sieht man Erde. Auch das Strauchwerk und die Büsche sind weg.

Hobbyfotografen freuten sich bereits, hatte man doch lange keinen so unverstellten Blick mehr auf die kleine Krankenhauskapelle, das alte Krankenhaus und das Wohnheim der Lebenshilfe Saarpfalz. Doch Matthew Barton war geschockt, was sich in einem 270-Grad-Winkel um ihn herum tat. "Meine Tochter hat nur noch Rotz und Wasser geheult, als sie die kahle Fläche sah", so der Chiropraktiker. Schnell lag die Vermutung nah, dass hier in ganz großem Stil gebaut werden sollte.

"Wenn so viel abgeholzt wird, was wird dann erst gebaut", so die Angst Bartons. Er vermutete, dass die SEG vom Kooperationsprojekt abgewichen ist, das Gelände gar verkauft hat, weil er die SEG nicht erreichen konnte und auch im Internet nicht fündig wurde. "Wir haben ja nichts gegen die Weiterentwicklung des Geländes, im Gegenteil. Aber früher hieß es, dass das Gelände mit Praxen gefüllt wird", war Matthew Barton ratlos, "wir haben uns ein schnuckeliges kleines Gesundheitsdorf vorgestellt." Für ihn war es traurig, dass die SEG ihn als Anlieger nicht über neue Pläne informiert hat. Die Vorstellung vom verzahnten Arbeiten und Wohnen, die man sich hier so schön ausgemalt hatte, schien in der vergangenen Woche den Bach "runterzugehen".

Doch Karl-Heinz Linn, bei der Kreissparkasse mit den Aufgaben der SEG betraut, beruhigt: "Das Gelände ist noch in unserem Besitz. Wir hatten einen Baumgutachter da und der hat festgestellt, dass ein großer Teil der Bäume bruchgefährdet war. Da mussten wir handeln." Natürlich sei die SEG auf der Suche nach Investoren, doch halte man an der ursprünglichen Planung fest, die im Sinne des Gesundheitsparks und des Kreiskrankenhauses sein müsse. "Wenn wir es anders hätten haben wollen, hätten wir schon längst verkaufen können", so Linn.

Und dass die Fläche nun so frei ist, sei dem Umstand geschuldet, dass man bei der Fällung die Gelegenheit nutzte und gleich das Busch- und Strauchwerk mit entfernt habe.