Kinder-Uni : Was haben Zellen mit einer Stadt gemeinsam?

Was sind eigentlich Zellen und was tun sie in unserem Körper? Das erklärt euch Professor Ernst am 9. Januar bei der Kinder-Uni.

An was denkt ihr, wenn ihr das Wort „Zelle“ hört? Vielleicht kommt euch sofort eine Gefängniszelle in den Sinn, wo gefährliche Verbrecher eingesperrt sind. Oder ihr erinnert euch daran, dass eure Eltern öfter mal erzählen, dass die Leute früher, bevor jeder ein Handy hatte, in Telefonzellen telefoniert haben. Zellen gibt es aber auch in unserem Körper – und zwar so viele, dass man sie gar nicht alle zählen kann.

Körperzellen sind so etwas wie winzige Bausteine, aus denen wir Menschen bestehen. Es gibt viele verschiedene Arten, die alle bestimmte Aufgaben haben und sich auch im Aussehen voneinander unterscheiden. So gibt es in unserem Körper zum Beispiel Nervenzellen, Blutzellen, Darmzellen und Ei- oder Samenzellen. Um überleben zu können, brauchen sie Nahrung und Sauerstoff, die durch unser Blut transportiert werden. Ziemlich oft sterben Körperzellen auch ab. Meistens ist das aber nicht so schlimm, weil sie durch neue ersetzt werden.

Das unterscheidet sie auch von den bereits erwähnten Gefängnis- oder Telefonzellen. Denn die können sich natürlich nicht wieder neu herstellen oder sich vermehren, wie es die Zellen in unserem Körper tun. Oder habt ihr schon einmal erlebt, dass dort, wo gestern noch eine Gefängniszelle war, heute schon zwei stehen? Oder dass sich eine kaputte Telefonzelle selbst repariert hat? Natürlich nicht, denn diese Zellen sind ja nicht lebendig, so wie unsere fleißigen, kleinen Körperzellen.

Aber nicht nur wir Menschen bestehen aus Zellen, sondern alle Lebewesen. Es gibt sogenannte Einzeller, die – wie der Name schon sagt – nur aus einer einzelnen Zelle bestehen. Dazu zählen etwa Bakterien. Und es gibt Lebewesen, die aus ganz vielen Zellen bestehen. Diese nennen wir Vielzeller, und dazu zählen neben uns Menschen auch Tiere und Pflanzen. Auch Pilze bestehen aus Zellen. Eine Art von Pilz ist zum Beispiel Hefe, wie sie in Pizzateig verwendet wird. Ihr seht, diese winzigen Zellen begegnen uns ganz oft. Mit bloßem Auge können wir sie nur nicht sehen, dazu brauchen wir ein sogenanntes Mikroskop. Wie so ein Gerät aussieht, seht ihr auf dem unteren Bild.

Aber woher wissen diese ganzen Zellen eigentlich, wo ihr Platz ist und was sie tun müssen? Das will euch Professor Robert Ernst bei seiner Vorlesung bei der Kinder-Uni am 9. Januar erklären. Er arbeitet an der Universität des Saarlandes als Professor für Molekularbiologie und beschäftigt sich dort fast den ganzen Tag mit Zellen und was diese leisten.

Bei seiner Arbeit haben Professor Ernst und seine Kollegen bemerkt, dass Zellen viele Gemeinsamkeiten mit einer kleinen Stadt wie Saarbrücken haben. In einer Stadt gibt es viele verschiedene Gebäude und Bereiche, die alle einen bestimmten Zweck erfüllen: Es gibt zum Beispiel ein Rathaus, ein Kraftwerk, eine Fabrik und eine Stadtmauer. So ähnlich ist auch eine einzelne Zelle aufgebaut. Im Inneren dieser winzigen Bausteine stecken nämlich noch viel winzigere Bereiche, die alle wiederum eine eigene Aufgabe erfüllen.

Bei seiner Vorlesung möchte Professor Ernst gemeinsam mit euch einen „Stadtplan“ einer Zelle aufzeichnen. Denn genau wie man auf so einer Karte erkennt, wo zum Beispiel ein bestimmtes Gebäude steht, können Wissenschaftler heute auch den Aufbau einer Zelle darstellen und ermöglichen uns so einen spannenden Einblick in unseren Körper.

Zur Kinder-Uni, die von der Universität des Saarlandes und der Saarbrücker Zeitung organisiert wird, sind Mädchen und Jungen von acht bis zwölf Jahren eingeladen. Alle vier Vorlesungen finden jeweils mittwochs um 16.15 Uhr im Audimax auf dem Saarbrücker Campus statt. Anmeldungen zur Kinder-Uni sind bis zum 13. Oktober über die Internetseite www.kinderuni.saarland möglich. Auch Schulklassen sind herzlich willkommen.Wie jedes Semester wird auch das SZ-Maskottchen Klecks Klever bei der ersten Vorlesung dabei sein und euch alle begrüßen. Er freut sich schon drauf, mit euch Fotos zu machen.

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