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Zum Abschluss des Semesters zieht das Team der Kinderuni Bilanz

Kinderuni : Ein Sommersemester voller Herausforderungen

Die letzte Vorlesung des Sommersemesters der Kinderuni Saar ist im Kasten. Jetzt gibt es alle Vorlesungen auf der Videoplattform Youtube noch einmal zum Anschauen.

Klassenzimmer sind zu Hörsälen geworden, ein Schulhof zum Freiluft-Labor – in diesem Semester kamen die Kinderuni-Studenten nicht auf den Campus der Saar-Uni, sondern die Dozenten besuchten sie in der Schule. Das alte Sprichwort „Manchmal kommt es anders, als man denkt“ hat sich im aktuellen Sommersemester bewahrheitet. Die Corona-Pandemie machte dem Kinderuni-Team gleich mehrfach einen Strich durch ihre Pläne: „Das war eine absolute Herausforderung“, blickt Professor Markus Peschel zurück, der an der Saar-Uni seit 2015 die Kinderuni organisiert. Denn eigentlich sollen die Vorlesungen im Audimax, dem größten Hörsaal auf dem Saarbrücker Campus, stattfinden.

Da das im aktuellen Semester aber noch nicht möglich war, wurden die Vorträge zum Thema Quantenphysik an Schulen gehalten und aufgezeichnet. Ursprünglich sollten die Dozenten die Schulen nur per Videokonferenz „besuchen“. Es war geplant, dass die Kinderuni-Studenten nach den Vorträgen ihre Fragen an die Forscher stellen, zu Reportern werden und ihre Interviews selbst filmen. Doch die Situation verbesserte sich.

Der Aufwand sei in diesem Semester im Vergleich zu der gewohnten Kinderuni um ein Vielfaches höher gewesen, blickt Stephanie O‘Neal zurück, die mit Markus Peschel die Kinderuni koordiniert. Hätte ihr jemand vor dem Ausbruch der Pandemie gesagt, dass das Kinderuni-Team diese „Meisterleistung“ stemmen könne, dann hätte sie das nicht für möglich gehalten.

Stefanie Krämer und Paula Fischer bereiteten die Vorträge und Schulbesuche mit vor und haben beim Dreh der Videos die Aufgaben einer kompletten Filmcrew übernommen. Gerade die Nachbearbeitung, wenn alle Aufnahmen im Kasten sind, ist zeitintensiv und dauere bis kurz vor deren Veröffentlichung, erklären die Studentinnen.

Für Stefanie Krämer freute sich, dass das Kinderuni-Team doch noch in die Schulen gehen und den persönlichen Kontakt mit den Kindern knüpfen konnten: „Ich bin überrascht, wie gut alles geklappt hat“, sagt Paula Fischer.

Die Dozenten konnten die Schulen besuchen, um die Fragen der Klassen vor Ort zu beantworten. Und nicht nur das: Sie brachten auch Experimente mit. So baute Physiker Thomas John, der den ersten Vortrag zum Thema „Was ist Quantenphysik?“ hielt, ein richtiges Freiluft-Labor auf dem Schulhof des Deutsch-Französischen Gymnasiums in Saarbrücken auf. „Die Schüler hatten viel Spaß“, zieht John zufrieden Bilanz. Begeistert verfolgten die Kinderuni-Studenten seine Experimente mit Lasern und Flüssigstickstoff und wurden dabei auch zu seinen Assistenten. „Ich fand die ganzen Experimente cool“, stand nicht nur für Yaël Mohr nach dem Besuch von John fest.

Auch Physiker Professor Christoph Becher stieß bei seinem Vortrag über Atome bei den Schülern der Klasse 6d des Homburger Saarpfalz-Gymnasiums auf großes Interesse. Die Kinderuni-Studenten hatten anschließend viele Fragen: „Das hätte ich nicht erwartet“, blickt der Forscher zurück: „Das fand ich faszinierend.“ Dafür, dass die Schüler so aufmerksam gewesen sind, hätten sie ein großes Lob verdient.

Die letzte Aufzeichnung war der Schulbesuch von Elke Neu-Ruffing. Zum Abschluss des Kinderuni-Semesters kehrte das Team ins Deutsch-Französische Gymnasiums zurück. Die Dozentin erklärte der Klasse 6b warum gerade Licht, das so schwach ist, dass wir es gar nicht mehr mit bloßem Auge erkennen können, für die Quantenphysik wichtig ist. „Es war sehr faszinierend, wie detailreich die Fragen der Kinder waren“, blickt Neu-Ruffing zurück. Dass hat wohl auch damit zusammen gehangen, dass einige Schüler Fans der Star-Wars- und Science-Fiction-Filme sind und sich deshalb schon vorher mit einigen Themen des Vortrages beschäftigt haben.

„Ich liebe Physik“, jubelte sogar eine Schülerin nach dem Besuch von Thomas John im Deutsch-Französischen Gymnasium in Saarbrücken. Und der Quantenphysiker war sichtlich zufrieden. Denn sein großes Ziel sei es gewesen, „die Begeisterung für Physik“ bei den Kinderuni-Studenten zu wecken. Und das ist nicht nur ihm, sondern auch seinen Dozenten-Kollegen  zurück liegenden Semester gelungen.

Für das gesamte Team der Kinderuni steht fest: „Nicht nur die Kinderuni-Studenten haben viel dazu gelernt, sondern auch wir.“ Nun hoffen und wünschen sich alle, dass im neuen Semester die Schüler wieder auf den Saarbrücker Campus der Saar-Uni kommen und vor Ort live die Veranstaltungen mitverfolgen können. Also: fest die Daumen drücken!