Volkswagen investiert rund 60 Milliarden in E-Mobilität

Investitionsplan von 2020 bis 2024 : VW investiert Milliarden in E-Mobilität

Die Kontrolleure des weltgrößten Autoherstellers haben die Entscheidungen für den Zeitraum von 2020 bis 2024 getroffen.

Der VW-Konzern steckt zusätzliche Milliarden in den Ausbau seiner Elektroauto-Flotte und in digitale Technologien. Der Aufsichtsrat beschloss am Freitag die entsprechende Investitionsplanung für die kommenden fünf Jahre.

Mit knapp 60 Milliarden Euro ist ein großer Batzen der Gesamtsumme von rund 150 Milliarden Euro für die Zukunftsthemen E-Mobilität, Hybridantriebe und Digitalisierung vorgesehen – gut 40 Prozent der konzernweiten Ausgaben. Allein rund 33 Milliarden Euro fließen in die Elektromobilität. Das ist noch einmal eine deutliche Aufstockung im Vergleich zur letzten „Planungsrunde“ 2018.

Bei der „E-Offensive“ macht die VW-Fabrik in Zwickau den Anfang. Hier startete Anfang November die Fertigung des ersten Modells der rein elektrischen ID-Serie, der ID.3. Dafür wird der komplette Standort von der Verbrenner- auf die Elektro-Produktion umgerüstet. Rund 1,2 Milliarden Euro werden als Kosten für die Umstellung veranschlagt. Die „Transformation“ soll nun auch in den Werken Emden und Hannover geschehen und dort jeweils mehr als eine Milliarde Euro kosten. „Nach Zwickau, Emden und Hannover wird auch Audi in Deutschland und das VW-Werk in Bratislava von der Elektrifizierung profitieren“, sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh. Im Motorenwerk Salzgitter entsteht ab 2020 zudem eine angeschlossene Batteriezell-Fertigung, in Braunschweig werden schon jetzt Batteriesysteme für die ID-Reihe montiert.

Ebenfalls große Elektro-Investitionen stehen in China an. Mit den chinesischen Joint-Venture-Partnern FAW und SAIC werden die Standorte Foshan und Anting für die Elektroproduktion vorbereitet. Auch bei Skoda im tschechischen Mladá Boleslav gibt es künftig eine E-Auto-Fertigung. Im US-Werk in Chattanooga (Bundesstaat Tennessee) entsteht eine zusätzliche E-Montagelinie für etwa 800 Millionen US-Dollar (circa 726,7 Millionen Euro). Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch sagte zur Strategie, laufend mehr Fahrzeuge auf Basis des Modularen Elektrobaukastens (MEB) zu fertigen: „Wir treiben die Transformation des Konzerns mit aller Entschlossenheit voran und fokussieren mit unseren Investitionen auf die Zukunftsfelder der Mobilität.“

Der bisher in Emden produzierte Passat soll – ebenso wie der Skoda Superb – in das geplante neue Werk verlagert werden. Möglicherweise wird es in der Türkei gebaut, hierzu will der Konzern bis zum Jahresende eine Entscheidung treffen. VW hatte angesichts der international kritisierten Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien Mitte Oktober den Beschluss für ein neues Werk nahe Izmir verschoben.

Die Gesamtzahl der Elektromodelle soll bis zum Jahr 2029 schrittweise auf etwa 75 steigen. Bisher hatte der Konzern bis 2028 mit knapp 70 Modellen kalkuliert. Hinzu kommen sollen in den nächsten zehn Jahren noch 60 Hybridversionen. In Vernetzung, Mobilitätsdienste und autonomes Fahren sollen in dem Zeitraum insgesamt rund 27 Milliarden Euro fließen. VW beteiligt sich im Bereich des assistierten Fahrens unter anderem an der Ford-Tochter Argo. Die Software-Entwicklung ist für Vorstandschef Herbert Diess ein Schwerpunkt der künftigen Entwicklungsarbeit.