Das kleine Comeback der Ute Vogt

Das kleine Comeback der Ute Vogt

Nicht jeder Hinterbänkler im Bundestag würde das hochdotierte Angebot ausschlagen, im Umweltministerium Parlamentarischer Staatssekretär mit monatlich 11 000 Euro Gehalt zu werden. Ute Vogt schon.

Sie hatte dieses Amt früher einmal inne - im Innenministerium. Vogt spekulierte lieber auf eine Spitzen-Funktion in der SPD-Bundestagsfraktion - und gewann. Sie wurde stellvertretende Vorsitzende. Und jetzt ist die gebürtige Wieslocherin auch noch in das SPD-Präsidium aufgerückt.

Es ist ein wundersames Comeback. Denn vor wenigen Jahren war Vogt weit unten. Zwei Mal trat sie als Ministerpräsidenten-Kandidatin der SPD in Baden-Württemberg an, zwei Mal verlor sie. Die Juristin musste auch den Posten als SPD-Vizevorsitzende im Bund und Parteichefin im "Ländle" aufgeben. Mit einem schlechten Wahlergebnis zog sie 2009 in den Bundestag. Ihr Gesellenstück war zweifelsohne der Gorleben-Untersuchungsausschuss, in dem sie die SPD-Riege anführte. Sie sollte für die Partei nachweisen, dass die Standortentscheidung für das Endlager Gorleben ein Willkürakt der Kohl-Regierung war - und der damaligen Umweltministerin Angela Merkel. Doch nach Fukushima und dem schwarz-gelben Atomausstieg hatte sich das Thema quasi erledigt. Vogt schaffte es dennoch, die Untersuchung bis ins Wahljahr zu ziehen und die Kanzlerin hochnotpeinlich befragen zu lassen. Seitdem ruhte der Blick Sigmar Gabriels auf ihr. Und als nach einer Frau aus dem Süden fürs Präsidium gesucht wurde, um gleich mehrere Quoten zu erfüllen, kam man an ihr nicht vorbei. Sie ist nun zwar "nur" eine Führungskraft der zweiten Reihe. Ein Sprungbrett ist es dennoch.