Uni-Abbrecher sollen Handwerker werden

Uni-Abbrecher sollen Handwerker werden

Studenten, die ohne Abschluss die Hochschule verlassen, sollen in Zukunft beschleunigt ein Handwerk erlernen können. Bildungsministerin Johanna Wanka will so dem wachsenden Fachkräftemangel begegnen.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) hat eine Initiative angekündigt, um Studienabbrecher für Handwerksberufe zu gewinnen. "Wir brauchen einen engeren Kontakt zwischen Studienabbrechern sowie den Kammern und Unternehmen, damit diese schnell zueinander finden. Dazu werden wir Pilotprojekte starten", sagte Wanka der "Welt am Sonntag". Die bereits erbrachten Studienleistungen sollten auf die folgende Ausbildung angerechnet werden. In Zeiten des Fachkräftemangels würden die Betriebe erfolgreich sein, die den Bewerbern attraktive Angebote machten. In Deutschland verlassen etwa 21 Prozent der Studierenden die Hochschule ohne Abschluss. Bisher kommt die Hälfte der Auszubildenden im Handwerk von den Hauptschulen.

Das Handwerk hat hohen Personalbedarf. Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) wird in den nächsten zehn Jahren jeder fünfte Handwerksmeister einen Nachfolger suchen. Wanka sagte, es sei deshalb wichtig, dass diese "hochinteressanten Fachkräfte nicht unnötige Warteschleifen drehen, sondern bei den Betrieben ankommen". Beim ZDH erfährt Wankas Vorstoß große Unterstützung. "Wir müssen gemeinsam mit den Hochschulen Studienabbrecher auch über die Chancen der beruflichen Bildungswege informieren", sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer. Das Handwerk brauche qualifizierten Nachwuchs, da durch den technologischen Wandel die Anforderungen in vielen Berufen stiegen. "Ihnen bieten sich ausgezeichnete Berufschancen", sagte Wollseifer.