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Betrug im Internet nimmt drastisch zu

Betrug im Internet nimmt drastisch zu

Berlin. Die Zahl der Opfer von Passwort-Betrügern hat 2007 einen neuen Höchststand erreicht. Wie der Branchenverband Bitkom gestern in Berlin mitteilte, wurden 4100 so genannte Phishing-Fälle beim Online-Banking angezeigt. Das waren 25 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Insgesamt sei ein Schaden von 19 Millionen Euro entstanden

Berlin. Die Zahl der Opfer von Passwort-Betrügern hat 2007 einen neuen Höchststand erreicht. Wie der Branchenverband Bitkom gestern in Berlin mitteilte, wurden 4100 so genannte Phishing-Fälle beim Online-Banking angezeigt. Das waren 25 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Insgesamt sei ein Schaden von 19 Millionen Euro entstanden. Grund für den Anstieg seien immer effizientere Betrugsmethoden, sagte Bitkom-Präsidiumsmitglied Dieter Kempf. Die meisten Betrüger setzen demnach nicht mehr auf einfache E-Mails mit Links zu gefälschten Bankseiten, sondern schicken per E-Mail so genannte Trojanische Pferde, die sich unbemerkt auf dem Computer installieren und dort Daten und Geheimzahlen ausspähen. Andere Betrüger entwickelten Programme, die Online-Bankkunden heimlich auf gefälschte Seiten weiterleiteten.

Nach Einschätzung des Präsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke (Foto: dpa), ist Deutschland das Experimentierfeld für Internet-Kriminelle. Die Schutzmaßnahmen seien hier am weitesten entwickelt. Deshalb würden hier die neuesten Programme ausprobiert, sagte Ziercke gestern in Berlin. Der drastische Anstieg bei den Phishing-Fällen im Jahr 2007 sei nur "die Spitze des Eisbergs". Viele Fälle würden nicht bemerkt oder gar nicht erst angezeigt.

Für das Jahr 2008 rechnen die Experten nach ersten Prognosen unterdessen wieder mit einem Rückgang der Phishing-Fälle. Dies sei den immer effektiveren Schutzvorrichtungen der Banken zu verdanken, sagte Ziercke. So hätten sich die Sparkassen und Genossenschaftsbanken im vergangenen Jahr dem sogenannten iTan-Verfahren angeschlossen. Bei dem moderneren Verfahren müssen Online-Bankkunden nicht mehr nur eine beliebige Geheimzahl aus einer Liste eingeben, sondern eine bestimmte.

Trotzdem rief der Bitkom-Verband die Verbraucher dazu auf, ihre Computer besser zu schützen, beispielsweise durch geeignete Anti-Viren-Software oder Firewalls. Zudem müsse rechtlich stärker gegen Online-Betrüger vorgegangen werden. Laut Bitkom nutzen derzeit rund 22 Millionen Deutsche die Internet-Kontodienste ihrer Bank. Das sei jeder dritte Bundesbürger zwischen 16 und 74 Jahren. ddp/dpa