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Bush senior nimmt Sohn in Schutz

Bush senior nimmt Sohn in Schutz

Nach Jahren des Schweigens hat der ehemalige US-Präsident George Bush seinen Sohn öffentlich verteidigt und Fehler in dessen Präsidentschaft zwei damaligen Kabinettsmitgliedern angelastet.

Der frühere US-Präsident George Bush senior hat außenpolitische Fehler während der Präsidentschaft seines Sohnes George W. Bush dessen Kabinettsmitgliedern angekreidet. Wie die "New York Times" berichtete, fällt Bush senior in einer neuen Biografie ein vernichtendes Urteil über Ex-Vizepräsident Dick Cheney und Ex-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld . Beide hätten George W. Bush während dessen Zeit im Weißen Haus schlecht beraten, sagte sein Vater im Gespräch mit seinem Biografen Jon Meacham. Die Hardliner hätten Bush junior zu Militäreinsätzen rund um die Welt gedrängt. Cheney habe als Vizepräsident zu viel Einfluss gehabt, sagte Bush senior, der zur Präsidentschaft seines Sohnes und dem umstrittenen Einmarsch in den Irak lange geschwiegen hatte. "Er hatte da sein eigenes Reich." Cheney, der unter Bush senior Verteidigungsminister war, habe sich über die Jahre stark verändert. "Er wurde einfach ein Hardliner und sehr anders als der Dick Cheney, den ich gekannt und mit dem ich gearbeitet habe." Möglicherweise hänge dies mit den Anschlägen vom 11. September 2001 zusammen, mutmaßte der 91-Jährige. Am Ende habe aber sein Sohn den "großen Fehler" zu verantworten, Cheney gewissermaßen zu erlauben, "sein eigenes Außenministerium" im Weißen Haus aufzubauen. Bush senior ging auch mit Rumsfeld hart ins Gericht. Der Verteidigungsminister während des Irak-Einmarsches 2003 sei ein "arroganter Geselle", der seinem Sohn "schlecht gedient" habe.

Die Biografie "Destiny and Power: The American Odyssey of George Herbert Walker Bush" ("Schicksal und Macht: Die amerikanische Odyssee von George Herbert Walker Bush") erscheint in der kommenden Woche. Bush senior war von 1989 bis 1993 US-Präsident, zuvor amtierte er als Vizepräsident von Ronald Reagan . Sein Sohn war von 2001 bis 2009 im Weißen Haus.

Während der heute 91-jährige Bush senior für den Krieg gegen den Irak zur Befreiung Kuwaits und als einer der "Väter" der deutschen Wiedervereinigung gefeiert wurde, zählt sein Sohn laut Umfragen zu den unbeliebtesten Präsidenten aller Zeiten. Seine Einteilung der Welt in eine "Achse des Bösen" und Guten sowie seine umstrittene Irak-Invasion im Jahr 2003 brachten ihm auch in Deutschland teils scharfe Kritik ein.