Jagd auf Wale geht noch weiter

Jagd auf Wale geht noch weiter

Das Treffen der Walfangländer und ihrer Gegner wirft heute ein Schlaglicht auf ein Moratorium mit Hintertüren. Warnungen von Tierschützern finden aber in Ländern wie Norwegen und Island wenig Beachtung.

Der kommerzielle Fang von Großwalen ist weltweit verboten. Vor 30 Jahren trat ein entsprechendes Abkommen in Kraft. Die Maßnahme rettete Naturschützern zufolge Hunderttausenden Meeressäugern das Leben und verhinderte das Aussterben etlicher Arten. Wenn sich die Internationale Walfang-Kommission (IWC) ab heute im slowenischen Portoroz zu ihrer Jahrestagung trifft, werden aber auch Schlupflöcher des Fangverbots kommen, die das Fangverbot aufweist. "Feierstimmung kommt nicht auf, solange drei Walfangländer dieses Verbot unterwandern", sagt Nicolas Entrup, Berater der Umweltorganisation Ocean Care.

Norwegen - das Land, das die meisten Wale jagt - hatte gegen das Moratorium Einspruch erhoben, Island Vorbehalte angemeldet. Japan wiederum beruft sich auf die Klausel, die einen sehr beschränkten Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken erlaubt. Das japanische Walfang-Programm erfüllt aber diese Kriterien nicht und hat einen kommerziellen Charakter, wie ein Urteil des Internationalen Gerichtshofs festhält. So fallen Ocean Care zufolge immer noch jährlich 2000 Wale der Harpune zum Opfer. Zwar waren es vor dem Moratorium 30 000 im Jahr. Da sich aber die großen Meeressäuger nur über lange Zeiträume und in geringer Zahl vermehren, kann für einzelne Arten auch die Tötung weniger Tiere zur Bedrohung werden.

Norwegen hatte auf internationalen Druck den Walfang zunächst aufgegeben. Doch seit 1993 werden wieder Zwergwale gefangen, die unter das Moratorium fallen. Im vergangenen Jahr waren es 660 Tiere. Der Walbestand sei "in guter Verfassung", erklärte Ronny Berg, Staatssekretär im Fischereiministerium. "Wir leben davon, dass wir Meerestiere, Öl und Gas an andere Länder verkaufen." Andere Staaten sollten Norwegen nicht daran hindern können, "das zu tun, solange wir es nachhaltig tun können".

In Island ist die Regierung besorgter um den internationalen Ruf des Landes. In diesem Sommer verzichtete der einzige Finnwaljäger des Landes erstmals seit 2006 auf den Walfang . Der Unternehmer begründete das mit den hohen Kosten für den Transport des Fleisches.

Bei der IWC-Jahrestagung in Portoroz wird es übrigens unter anderem um das japanische Walfang-Programm gehen, nicht aber - wie die Tierschützer bemängeln - um die Waljagd Norwegens.

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