St. Ingbert: Lecker, gesund und aus der Region

St. Ingbert : Lecker, gesund und aus der Region

Gestern verteilten Umweltminister Reinhold Jost und Oberbürgermeister Hans Wagner Bio-Brotboxen an Grundschüler.

Eine gelbe Box, gefüllt mit jeder Menge gesunder Sachen: Vollkornbrot findet sich darin, eine Portion Müsli, ein Apfel und ein gekochtes Ei, dazu eine Möhre, Tee und Käse. All das wartet darauf, von den Erstklässern der St. Ingberter Schulen vernascht zu werden. Die Produkte stammen aus der Region, gepackt wurden die Boxen von den ehrenamtlichen Helfern am Montag in der Biesinger Höllschberghalle. Gestern verteilte sie Oberbürgermeister Hans Wagner gemeinsam mit Umweltminister Reinhold Jost an den Schulen der Biosphärenstadt.

An der Albert Weisgerber Grundschule und der Wiesentalschule ging es schon früh am Morgen los. Zur Pestalozzischule in Rohrbach kamen sie am Vormittag zusammen mit Lisa Magenreuter als Vertreterin des Rohrbacher Ortsvorstehers. Von den Schülern wurden sie bereits gespannt in den Räumen der FTGS erwartet. Mit gesundem Essen kennen die Kinder sich aus: Vom Schulobst und dem gesunden Mittagessen, berichteten Schulleiterin Nadine Müller und ihre Kollegen.

Bevor es ans Verteilen der wiederverwendbaren Boxen ging, hatten Jost, Wagner und Magenreuter aber noch eine Geschichte parat. Sie erzählten von Stefan, der eigentlich gar kein so großer Liebhaber von Obst und Gemüse ist. Spinat ist ihm zu bitter, Salat zu grün und Johannisbeeren zu sauer. Er hat bei allem eine Ausrede. Zumindest, bis ihn eines Nachts ein Wichtel zum heimlichen Mitternachtssommerfest im Garten mitnimmt, bei dem die Tiere sprechen und Pflanzen lebendig werden. Dort lernt er den Radischen-Indianer und seine Freunde kennen, die ihm beweisen, dass sie nicht nur gesund, sondern auch lecker sein können. Dank dem bunten Treiben ändert Stefan seine Meinung und verblüfft damit am nächsten Tag beim Mittagessen seine Eltern.

Die drei Vorleser legten sich ganz schön ins Zeug, was von den Kindern mit großem Applaus belohnt wurde. Im Anschluss verteilten sie die Boxen. Dazu gehörten außerdem ein Stoffbeutel mit Infomaterial und einer fair gehandelten Banane sowie eine Trinkflasche. Mit dem Auspacken mussten die Schüler nicht lange warten: gleich wurden die ersten Äpfel und Möhren verspeist und der Inhalt neugierig unter die Lupe genommen. Unter anderem enthielt die Box eine Ernährungspyramide in Magnetform. Wagner erklärte den Schülern die Aufteilung der verschiedenen Lebensmittel und forderte sie auf, auch zuhause über das zu sprechen, was sie an diesem Tag gelernt hatten.

„Die Menschen im Bliesgau wollen im Einklang mit der Natur leben“, sagte Jost. „Dazu gehört eine gesunde Ernährung mit vielen frischen Produkten aus unserer Heimat.“

In Deutschland und Österreich werden die Boxen in jedem Schuljahr verteilt. Die ersten gab es im Jahr 2002 in Berlin, seit 2009 ist auch das Biosphärenreservat Bliesgau bei der Aktion dabei. Das tägliche und gesunde Frühstück gehört zu den Leitzielen der Aktion. Die Wertigkeit von Lebensmitteln und einer gesunden Ernährung soll schon in den ersten Schuljahren vermittelt werden. An der Bestückung der Boxen mit biologisch erzeugten Produkten aus regionaler Herstellung beteiligten sich auch in diesem Jahr die Partner des Biosphärenreservates Bliesgau. Der Beweis, dass leckeres und gesundes Essen nicht immer weite Transportwege zurücklegen muss. Ganz nach dem Motto: „Zusammen für eine gesunde Ernährung und die Stärkung regionaler Produkte.“