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Filmfestival von Cannes
Wenders und der Papst in Cannes

Paris. Das französische Filmfestival setzt im 71. Wettbewerb vor allem auf unbekanntere Talente.

Beim 71. Filmfestival in Cannes konkurrieren im Mai Stars wie Matteo Garrone, Spike Lee und Jean-Luc Godard um die Goldene Palme. Daneben setzt das Festival verstärkt auf unbekanntere Namen. Zu den Publikumsmagneten gehört US-Regisseur Spike Lee, der „BlacKkKlansman“ vorstellen wird, einen Film um einen afroamerikanischen Polizisten. Jean-Luc Godard ist mit „Le Livre d’image“ dabei, der Italiener Garrone mit „Dogman“ über einen Mordfall in Italien.


Eröffnet wird das Festival am 8. Mai mit „Everbody Knows“ des iranischen Regisseurs und Oscarpreisträgers Asghar Farhadi mit Penelope Cruz und Javier Bardem. Mit „Leto“ (Sommer) ist auch Kirill Serebrennikow im Rennen. Der russische Opern-, Theater- und Filmregisseur steht in Moskau unter Hausarrest. Ihm wird vorgeworfen, Fördergeld in Millionenhöhe unterschlagen zu haben (wir berichteten).

Man setze dieses Jahr auf eine neue Generation von Regisseuren, sagte der Leiter des Festivals, Thierry Frémaux, gestern in Paris. Zu ihnen gehöre die Italienerin Alice Rohrwacher mit „Lazzaro Felice“, der Geschichte eines Mannes am Rande der Gesellschaft, der durch die Zeit reist. Erstmals im Rennen ist auch die Libanesin Nadine Labaki mit „Capharnaüm“, einem Film über Beirut.

Deutsche Regisseure sind im Wettbewerb nicht vertreten. In der Reihe „Séances Spéciales“ stellt Wim Wenders seine Doku „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ vor. In der Nebenreihe „Un certain regard“ erzählt der deutsche Filmemacher Ulrich Köhler mit „In my Room“ von der Lebenskrise eines Mannes. Außerhalb des Wettbewerbs läuft „Solo: A Star Wars Story“.