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| 19:08 Uhr

Spion mit 007-Aroma

Ein Mord in Kairo holt den Nachtmanager Jonathan Pine (Tom Hiddleston) in Zermatt wieder ein. Foto: ZDF/Des Willie
Ein Mord in Kairo holt den Nachtmanager Jonathan Pine (Tom Hiddleston) in Zermatt wieder ein. Foto: ZDF/Des Willie FOTO: ZDF/Des Willie
Saarbrücken. 15 Mal ist der BBC-Mehrteiler „The Night Manager“ für den US-Fernsehpreis Emmy nominiert. Kein Wunder – die Romanverfilmung bietet Edel-TV mit einer guten Besetzung und sehr viel Spannung. Ab heute im ZDF. Tobias Kessler

Ein Budget von 30 Millionen Dollar, Drehorte rund um die Welt - die BBC hat bei der Roman-Adaption "The Night Manager " nicht gekleckert. Sie basiert auf John le Carrés Bestseller "Der Nachtmanager" von 1993 und erzählt die Geschichte über sechs Sendestunden hinweg - das Format des Mehrteilers kommt den Romanen le Carrés mit ihren kunstvollen personellen Verästelungen eben mehr entgegen als kürzere Kinofilme. Gerade die BBC-Verfilmung von "Dame, König, As, Spion" (1979) mit Alec Guinness ist eine kongeniale Adaption und ein TV-Klassiker; die Kinofassung von 2011 mit Gary Oldman dagegen wirkt kurzatmig.

In "The Night Manager " spielt Tom Hiddleston ("The Avengers") den Nachtportier/Manager Jonathan Pine mit Vergangenheit beim Militär. Während des arabischen Frühlings werden ihm in Kairo Informationen über illegale Waffengeschäfte zugespielt - kurz darauf wird die Informantin ermordet. Pine flieht in die Schweiz und wird vom britischen Geheimdienst rekrutiert: Er soll in die Organisation des Unternehmers Richard Roper (Hugh Laurie , "House") eingeschleust werden, der hinter allem steckt, dem man bisher aber nichts nachweisen konnte. Langsam beginnt Pine seinen Aufstieg in der glamourös lebenden Entourage um Roper und lebt ständig in Angst, enttarnt und getötet zu werden.

Der elementare Plot bietet nichts Neues; auch die Idee, dass der Agent in Liebe für die Braut des Bösewichts entflammt, ist wenig originell und lässt die Dramaturgie manchmal stolpern. Umso erstaunlicher also, dass diese drei zweistündigen Teile (auf DVD ist der Film in acht Episoden à 45 Minuten erschienen) eine enorme Spannung aufbauen. Die dänische Regisseurin Susanne Bier (Oscar 2011 für "In einer besseren Welt") inszeniert schnörkellos und hat ein gutes Ensemble beisammen: Hugh Laurie gibt einen rational eisigen Waffenhändler mit besten Manieren (dank britischer Elite-Schule), Tom Hiddleston bringt als Agent Angst, Skrupel und Härte gut zusammen; so bestärkt er die Gerüchte, dass er als neuer James Bond in den Startlöchern stehen könnte.

Auch sonst schwebt 007-Aroma durch die Szenerie: Freudig schwelgt der Film im Bestverdiener-Glamour, man wandelt durch edle Hotels, sieht die schönsten Ecken von Zermatt, Mallorca und Kairo, auch eine Casino-Szene gibt es. Aber die Stärke des TV-Formats zeigt sich auch: Figuren, die in einem 100-Minuten-Film auf wenige Sätze komprimiert wären, entfalten hier ein Eigenleben mit einer gewissen Tragik - allen voran des Waffenhändlers Intimus (Tom Hollander), der langsam vom eingeschleusten Agenten verdrängt wird. Da wird der Krimi manchmal auch zum Eifersuchtsdrama.

Der erste Teil läuft heute um 22.15 im ZDF , die Teile zwei und drei an den nächsten beiden Montagen, auch 22.15 Uhr.