Einmal Spion, immer Spion: Der BBC-Zweiteiler „Ruhelos“

Einmal Spion, immer Spion: Der BBC-Zweiteiler „Ruhelos“

Eine schöne Spionin, Weltkriegs- und Liebeswirren. Dieser TV-Film hätte zur Schmonzette mit Sat.

1-Aroma werden können. Gut, dass sich die BBC des Romans "Ruhelos" von William Boyd angenommen hat. Der Zweiteiler, der bei uns jetzt auf DVD (bei Koch Media) erscheint, ist höchst gelungen - durchweg spannend, wendungsreich und gut gespielt. Er beginnt in den 70er Jahren, als eine junge Frau ihre Mutter (Charlotte Rampling) zunehmend wunderlich findet - diese beobachtet unablässig den Waldrand hinterm Haus, den sie voll von Spionen wähnt. Dass sie nicht an Verfolgungswahn leidet, wird der Tochter klar, als die Mutter die bisher unbekannte Geschichte ihrer Jugend erzählt: Sie hat im Zweiten Weltkrieg als Spionin für den britischen Geheimdienst gearbeitet, bis ihre Kollegen nacheinander ermordet wurden. Sie kam knapp mit dem Leben davon, aber weiß bis heute nicht, wer der Drahtzieher ist, der sie nun wieder verfolgt.

Der Film wechselt elegant zwischen den beiden Zeitebenen und setzt ganz auf die exzellente Hauptdarstellerin Haley Atwell als Agentin, die nostalgischen Glamour eines Filmstars der 40er Jahre mit großer Intensität verbindet. Dass die Auflösung am Ende des 180-Minutenfilms etwas hektisch wirkt, ist seine einzige Schwäche.