1. Leben
  2. Wissen

Mit Kräutern gegen Kater

Alkohol : Diese Kräutermischung kann Kater-Effekte vermindern

Wissenschaftler der Universität Mainz haben einen Pflanzen-Cocktail gegen die unangenehmen Nebenwirkungen des Alkoholgenusses getestet.

(np) Ein Pflanzenextrakt aus Acerolakirsche, Kaktusfeige, Ginkgo, Silberweide und Ingwer kann einen Kater nach übermäßigem Alkoholgenuss dämpfen, berichten Wissenschaftler der Uni Mainz. Der Pflanzen-Cocktail aus Früchten, Blättern und Wurzeln, der mit Mineralstoffen und Vitaminen angereichert wird, könne Kopfschmerzen und Übelkeit reduzieren, erklären Professor Bernhard Lieb und Patrick Schmitt. Sie ließen in der nach Angaben der Mainzer Universität größten deutschen Untersuchung zu diesem Thema 214 Testpersonen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren einmal kräftig bechern. Die Testteilnehmer trieben ihren Blutalkoholwert bis auf einen Wert von 1,6 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Das entspreche bei einem Gewicht von 60 Kilogramm dem Konsum von etwa 2,5 Litern Bier, erklärt die Hochschule.

Die Versuchspersonen erhielten die Kater-Bremse bevor sie mit ihrem Alkohol-Test begannen und nachdem sie das letzte Glas getrunken hatten. Das Gebräu enthielt bei einem Drittel keinen Wirkstoff, bei einem Drittel eine Mineralstoff-Vitamin-Mischung und nur beim letzten Drittel den Pflanzen-Cocktail.

Der habe schließlich am besten gewirkt, resümiert die Universität. Er habe Kopfschmerzen um ein Drittel reduziert und das Gefühl der Übelkeit um 42 Prozent vermindert. Insgesamt seien in der Studie 47 Symp­tome von Durst bis Tinnitus, von Lichtempfindlichkeit bis Impulsivität abgefragt worden. Die Teilnehmer der beiden anderen Versuchsgruppen hätten dagegen mit Kater-Gefühlen im vollen Ausmaß zu kämpfen gehabt. Patrick Schmitt: „Die Pflanzenextrakt-Mischung stellt nach gegenwärtigem Kenntnisstand die einzige wissenschaftlich belegte Möglichkeit dar, um gegen Kater-Beschwerden vorzugehen.“ Allerdings dürfte noch weitere Forschung nötig sein. Denn welche Substanz im Pflanzen-Cocktail für diese Wirkung sorgt, ist noch nicht bekannt.