| 21:12 Uhr

1. FC Saarbrücken
Die Uhr tickt in Sachen Spielstätte

Das Neunkircher Ellenfeldstadion wird heute von Vertretern des Deutschen Fußball-Bundes unter die Lupe genommen.
Das Neunkircher Ellenfeldstadion wird heute von Vertretern des Deutschen Fußball-Bundes unter die Lupe genommen. FOTO: Tobias Fuchs
saarbrücken. In gut zwei Wochen muss der 1. FC Saarbrücken ein Stadion für die kommende Saison benannt haben. Von Patric Cordier

Christian Seiffert ist im Vorstand des 1. FC Saarbrücken für alle infrastrukturellen Fragen zuständig. Was nebulös klingt, ist für die Zukunft des Vereins extrem wichtig: Seiffert sammelt Daten für die Entscheidung, wo der Tabellenführer der Fußball-Regionalliga Südwest im Fall des Drittliga-Aufstiegs künftig seine Heimspiele austragen wird. Heute ist Seiffert mit Vertretern des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und von Borussia Neunkirchen im Ellenfeldstadion unterwegs. „Das Ellenfeld ist beim DFB in den letzten Jahren ja nie in einem Lizenzierungsverfahren vorgekommen“, erklärt Seiffert, „darum wird dieser Standort noch mal in einem Ortstermin in Augenschein genommen. Das ist ein ganz normaler Vorgang.“



Die Borussen haben das Traditionsstadion mit etlichen Freiwilligen kurzfristig aufgehübscht. Ob das genügt, um von den Problemen in den Bereichen Parken, Fantrennung und vor allem Flutlicht abzulenken, wird sich wohl erst beim heutigen Rundgang erweisen. Bedenken bestehen auch, was den Zustand der Umkleidekabinen und der Arbeitsmöglichkeiten für Medienvertreter angeht. Die Ansprüche des DFB für Fernseh­anstalten sind durchaus hoch.

Nächste Woche Donnerstag, 22. Februar, wird Seiffert im Völklinger Stadtrat einen bereits gestellten Bauantrag erklären. Das FCS-Vorstandsmitglied sagt: „Wir werden die Entscheidungsträger auch über die bestehenden Auflagen und Anforderungen genauestens informieren.“ Was Seiffert nicht sagt, ist, dass man auch die Reaktionen der Ratsfraktionen beobachten wird. Die Maßnahmen, das Hermann-Neuberger-Stadion drittliga-tauglich zu machen, sind nicht unerheblich. Die Tribüne soll nach SZ-Informationen Richtung Gästeblock erweitert werden. Für die auswärtigen Fans soll die der Sporthalle gegenüberliegende Kurve zunächst ausgegraben und dann ausgebaut werden. Die in der Vergangenheit ungenutzten Ränge waren vor einigen Jahren mit Erde überschüttet und begrünt worden. In Völklingen wie in Neunkirchen gibt es kein ausreichendes Flutlicht und natürlich auch keine Rasenheizung – wobei sich der DFB da vielleicht auf eine Übergangslösung einlassen würde.

„Alle vier Standorte – Völklingen, Neunkirchen, Elversberg und Homburg – sind weiter in der Entscheidungsfindung“, sagt Seiffert. „Fakt ist, dass man an allen Stadien etwas machen muss. Die Frage ist: Wo muss man am meisten investieren, und wo lässt sich der Spielbetrieb am einfachsten abwickeln?“ Elversberg hat ein weitgehend funktionierendes Stadion. Dort fehlt die Kapazität – 10 001 Plätze sind in der 3. Liga gefordert. Und es stellen sich organisatorische Aufgaben, was die Umrüstung beispielsweise der Werbebanden angeht. Gegen das Homburger Waldstadion sprechen vor allem die Sicherheitsbedenken, die notwendige Kapazität wäre dagegen gegeben.

„Wir haben jetzt die beiden genannten Termine, die der Entscheidungsfindung dienen“, blickt Seiffert voraus, „dazu stehen wir im engen Kontakt mit dem DFB. Danach werden sich die Vereinsgremien zusammensetzen und eine Entscheidung treffen. Bis zum 1. März müssen wir diese ja dem DFB mitteilen.“ Bei den Fans ist Neunkirchen wohl die beliebteste Alternative zum Saarbrücker Ludwigspark, wo mittlerweile die Arbeiten zur Hangsicherung hinter der Victor‘s-Tribüne begonnen haben. Diese sollen im April abgeschlossen sein. Laut Zeitplan der Landeshauptstadt soll der Park 2020 wieder bespielbar sein.



Das Thema FC-Sportfeld, das auch zu dem Zehn-Punkte-Papier von FCS-Präsident Hartmut Ostermann gehörte, nimmt mittlerweile eine zeitlich nachgeordnete Rolle ein. Der FCS will das Gelände im Erbbaurecht übernehmen, auch um die Gegebenheiten für das geplante Nachwuchsleistungszentrum zu verbessern. Seiffert: „Uns liegen jetzt die Unterlagen vor. Aber es besteht für diese Entscheidung keine Eile.“

Vorerst Geduld haben muss FCS-Innenverteidiger Marco Kehl-Gomez, der sich beim 3:2-Erfolg über den SC Freiburg II einen Muskelfaserriss zugezogen hat. Der Ex-Elversberger fällt nun wie die ebenfalls für diese Position vorgesehenen Steven Zellner (Zerrung), Marlon Krause (Faserriss) und Dominic Rau (Schmerzen im Fuß) vorerst aus.