1. Sport
  2. Fußball
  3. WM 2022

WM 2022 Katar - Viel „Binden-Diskussion“ und wenig Taktik bei der ARD​

Die wüste Winter-WM : Deutschlands Niederlage gegen Japan: Viel „Binden-Diskussion“ und wenig Taktik bei der ARD

Die ARD versucht sich im Spagat zwischen sportlicher Berichterstattung und gesellschaftspolitischer Einordnung. Bei der Übertragung des Deutschlandspiels gegen Japan kommt dabei einiges zu kurz.

Es geht nicht mehr nur um Fußball. Das ist der Eindruck, der sich aufdrängt, wenn man sich die Berichterstattung in ARD und ZDF in den letzten 14 Tagen anschaut. Die viel beachteten Dokumentationen von Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger im Ersten oder von ZDF-Journalist Jochen Breyer waren sehenswert, förderten unfassbare Äußerungen der Verantwortlichen der WM in Katar zu Tage.

Wenig Taktik trotz weltmeisterlicher Experten

Fußball gespielt wird trotzdem. Und wenn die Deutschen ihr erstes Spiel gegen Japan bestreiten, dann darf der Fußballfan sich ein bisschen mehr „Sportliches“ erhoffen als das, was die ARD da präsentierte. Bis knapp eine halbe Stunde vor Anpfiff wurde die „Binden-Diskussion“ der letzten Tage von A bis Z wieder durchgekaut. Neuigkeiten: keine. Dabei wären einige Worte mehr über Hansi Flicks Aufstellung schick gewesen, zumal mit Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira weltmeisterliche Experten an Bord sind.

Der Blick auf die Taktik entging auch Kommentator Tom Bartels, der in der ersten Halbzeit kein Wort darüber verlor, dass Deutschland mit einer Dreierkette spielte, weil David Raum sich grundsätzlich 20 Meter in der japanischen Hälfte herumtrieb. Schön dagegen war die Analyse des 1:0 für die DFB-Auswahl durch Schweinsteiger, der die Initialzündung für den Spielzug Thomas Müller zuschrieb. Ansonsten bewegte sich Bartels auf Plattitüden-Niveau („2:0 nicht gemacht, 1:1 – das ist Fußball“) oder hatte die Fanbrille auf, als er sich einen Elfmeter wünschte. Mit seinem letzten Satz hatte der 57-Jährige dann aber recht: „Es ist noch nicht vorbei für Deutschland.“